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Von der Beschaffenheit der Luft, von den Zuständen derWitterung hängt mein Wohlbefinden, meine ganze körperliche,daher oft auch meine gemüthliche Sri, mnung ab, ja meine Lebens-dauer. Welche ungeheure, weit v erbreitete Kräfte wirken des-wegen unaufhörlich in Eins zusarm nen! — Und zu ihnen mischtsich nun noch die örtliche Beschaff enheit der Gegenden, die manbewohnt. Daher die Witterung n icht aller Orten auf Erden die-selbe ist, ja oft in einerlei Zeit und einerlei Lande verschieden wird.
Denn die Pflanzen dünste n besondere Art Luft aus undsaugen andere zu ihrer Nahru ng ein, und bewirken schon damitsehr verschiedene Zustände der Luft. Große Wälder begünstigendie Bildung von Nebel und Wolken; stehende Wasser undMoräste erzeugen ungesunde Dünste, Bergketten ändern dieRichtung der Luftströme oder Winde, und scheiden sogar oft dasWetter in solchem Maße, daß es verschieden wird an ihren ent-gegengesetzten Seiten. Bewohnte und angebaute Länder, dieVerdünstung der Thiere, der Dampf und Rauch von Städten,Dörfern und zahlreichen Werkstätten, Alles hat seinen besonder»!Einfluß.
Die Regeln der Wetterbeobachter können daher, auch wennsie nicht ganz ohne Grund sind, von keiner bedeutenden All-gemeingültigkeit sein. Ihr Werth beschränkt sich auf die Gegend,auf die Berghöhe, auf das Thal, auf die Ebene, wo sie ent-stehen. Und wenn auch in einer und derselben Stunde über demganzen Welttheil die Spannkraft, Dichtheit und Dünnheit voll-kommen einerlei wäre: würde es darum nicht minder in der-selben Zeit in einer Gegend warm, in der andern kühl; in dereinen trocken, in der andern feucht; in der einen windstill, inder andern stürmisch sein. Es wird bei uns schneien, wenn esanderer Orten regnet, anderer Orten liebliches Wetter undSonnenschein, und wieder anderswo Gewitter ist.
So ist auch der Gang der Witterung mit den verschiedenenLandstrichen, mit den Jahreszeiten, ja selbst init den wechseln-den Jahrhunderten, im engsten Verband. Inseln und Länderan großen Meeren haben immer einen gemäßigtern Zustand vonWärme oder Kälte, als Gegenden, die vom Meere weit ent-