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Es wird bei weitem nicht Alles in einem Jahre verzehrt, wasnur das Pflanzenreich genießbares hervorbringt. Ein großerTheil des Gastmahls wird gleichsam wieder abgetragen vomgroßen Gottestische, und verdirbt, nein, sondern dünget undbefruchtet die Erde.
Eine gleiche Freigebigkeit beobachtet die Natur auch mit denGaben des Thierreichs. So viele Thiere alljährlich dahinsterbcn,theils weil ihre Lebenszeit vollbracht ist, theils weil sie andernzur Nahrung dienen müssen: wird dennoch immer daran einhinreichender Vorrath vorhanden sein. Dabei herrscht, wie inder Pflanzenwelt, das wohlthätige Gesetz; wie nothwendigerund nützlicher Pflanzen und Thiere sind, je leichter geschiehtjederzeit ihre Vermehrung. Eben so ist die Fruchtbarkeit derThiere im abgemessenen Verhältnis» zu ihrer Lebensdauer. Ge-schöpfe, die nur ein kurzes Dasein haben, vermehren sich schneller,als die, welche mehrere Jahre oder Jahrzehnde leben können.Raubthiere sind minder fruchtbar, und ihre Jungen finden mehrHindernisse, aufzukommen, als andere Thiere, welche zur Nah-rung und Bekleidung dienen. Alles steht und bleibt im immer-währenden Gleichgewichte. Es darf kein Zuviel, kein Zuwenigim Weltall sein. Während Löwen, Tiger, Hyänen und Krokodillesich nur schwach vermehren, vertausendfachen sich die Fische imWasser, die Vögel, Insekten und Gewürme heilsamer Art.
So ist die Freigebigkeit der Natur nur durch die Weisheitund Güte des Schöpfers begrenzt, daß eben in Allem genugsei, damit Alles bestehe. Darum ward auch jeder Weltgezendimmer dasjenige vorzugsweise als Eigenthum gegeben, was fürsie das Nützlichste ist, an Pflanzen, Thieren und andern natür-lichen Schätzen. Den kalten Himmelsstrichen wurden hohe, weitverbreitete Waldungen zu Theil, den heißen Ländern kühlendeFrüchte und kräftige Gewürze, die von der allzugroßen Wärmeerschlafften Gefäße des menschlichen Leibes zu stärken. Wasallen Gegenden heilsam ist, ward allen in der Aernte gegeben.Perlen findest du in wenigen Meeren und Flüssen, Gold inwenigen Bergen; aber Salz bricht in Felslagern, sprudelt ausQuellen, legt sich an Meeresklippen überall an; und das höchst