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6 (1837) Gott in der Natur
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Das Auge, durch welck)es wir die Empfindung des Sehenshaben, ist von einer außerordentlich kunstvollen Einrichtung.Eine nur am Vordertheile des Auges durchsichtige Hornhautumfängt schützend das ganze, zarte Gebäude des Augapfels, der«ach Willkür der Seele vermittelst daran befestigter Muskel-Länder bewegt und gedreht werden kann; mehrere feine Häutchen,die theils zusammenhängend, thcils mit klarem Naß ausgefülltsind, ruhen unter jener Hornhaut. Die innerste Bekleidung aberist die Netzhaut des Auges, die von ungemeiner Reizbarkeit ist,weil in ihr sich der aus dem Gehirn hervortretendc Sehnerv inunendlich kleinen Verzweigungen ausbreitet. Durch ihn alleingelangen wir zur Empfindung des Sehens, wenn das Lichtdurch die verschiedenen Häute und kristallenen Feuchtigkeiten desSterns im Auge bis zum Hintergrund gelangt, wo sich dieBilder verkehrt auf der Netzhaut abspiegiln.

Zwar ist es der menschlichen Kunst gelungen, den sinnvollenBau des Auges in seine kleinsten Theilc zu zerlegen, und er-staunenswürdig wird die Weisheit Gottes, welche hier sich inSen Einrichtungen des köstlichen Werkzeugs offenbart; durchjene Kunst ist es auch gelungen, Blinden durch Hinwegnehmungriner Alles verfinsternden Haut das Sehen wieder zu geben:aber wie durch den Reiz des Lichts auf die Sehnerven alle jeneEmpfindungen von Farben, Gestalten, Nähen und Fernen indie Seele gelangen, bleibt darum nicht minder eins der zahl-losen göttlichen Geheimnisse. Die beträchtlichste Verschiedenheitim Abstand der Augenhäute von einander bewirkt eine Ver-änderung in den Wahrnehmungen der Welt außer uns; machtkurzsichtig und verdunkelt das Entfernte, oder verwirrt trübe dieGestalt naher Gegenstände und macht nur entlegenere deutlich.Der geringste Fehler in den zarten Nervenverzweigungen oderInnern Feuchtigkeiten ändert den Eindruck, welchen die FarbenVerursachen, oder bewirkt, daß man zwar bestimmt sehen, aber«ie die Farben gehörig von einander unterscheiden lernt.

Was ist doch neben dieser Gotteskraft und Weisheit derWitz aller Sterblichen! Millionen Sterbliche werden geborenAnd gehen aus der Welt, und sie wissen nicht, wie wundervoll