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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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eine Spanne weit von einander blühen und reifen, derenHeimath in zwei ganz verschiedenen Welttheilen ist.

Wie geringer und einfacher Mittel bedient sich die WeisheitGottes in der Erziehung des menschlichen Geschlechts! Welcheunglaubliche Wirkungen brachte sie in demselben bloß dadurchhervor, daß sie uns den Sinn des Geschmacks auf die Zungelegte? Was bei andern Thieren höchstens nur auf Erhaltungihres Leibes hinzweckte, mußte bei dem Menschen vom größtenEinfluß auf die Vervollkommnung seines Geistes werden, seinehöhern Erkenntnisse vermehren, seine gesellschaftlichen, brüderrlichen Verhältnisse enger flechten, seine Tugenden erwecken!

Und dies Alles ist die Wirkung von zwei Nervenpaaren,welche sich über die Zunge und den Gaumen mit ihren feinenVerzweigungen ausbreiten, die an der Oberfläche der HautNeroenwärzchen bilden, welche noch größer und weicher sind,als die Fühlkörner der Fingerspitzen. Sie heben sich, sobald sievon einem fremden Körper berührt werden, von selbst in dieHöhe, ohne daß die Seele dazu einen besondern Willen äußert,obgleich nicht zu zweifeln ist, daß sie auch der Gewalt derselbenuntergeordnet sind, und ihre Reizbarkeit erhöht wird, sobalddie Seele ihre volle Aufmerksamkeit auf den Geschmack derDinge leitet.

Der Sinn des Schmeckens ist vom Schöpfer allen Thierengegeben worden; er muß allen dazu dienen, sie in der Auswahlderjenigen Nahrung zu leiten, welche ihrer Erhaltung die amgemessenste ist. Und es ist allerdings ein Zeuge von der weisenund bewunderungswürdigen Vorsorge Gottes, daß unmittelbarvor dem Schlunde, durch welchen die Speisen und Getränke zurUnterhaltung des Lebens eingehen müssen, der Geschmackssinnwie ein prüfender Richter gestellt ist, welcher vorher das Gute vomSchlechten unterscheidet. So kennt selbst das vernunftlose Thier,ohne zu wissen warum, die gesunden von den schädlichen Kräutern.So hat das neugeborne Kind, wie das Thier, durch den Geschmackeinen eben so sichern Beschützer, als der Erwachsene, ohne sichRechenschaft davon geben zu können, oder den Werth der Speisenvorher gekannt zu haben. Alles, was der Gesundheit des Leibes