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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
289
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hieße das, ein Nichts werden? Die Wirkungen der Kräfteoder Geister können sich ändern dann sagen wir, der Bergstürzt ein, das Gehölz verbrennt, die Pflanze welkt, das Thierstirbt; allein die Kräfte oder Geister ändern sich darumnicht. Aus ihnen besteht das ganze Weltall; nicht aus ihrenWirkungen, die mannigfaltig abwechseln. Diese Wirkungenheißen wir Körper, ihre Gesammtheit nennen wir Welt.

Wir erkennen also nicht die Dinge selbst, das heißt die ver-borgenen Kräfte, so wenig als unser Geist sich selbst kennt, undwas er eigentlich sei; sondern wir kennen nur die Wirkungender Kräfte auf unsere Haupikraft, die Seele, und zwar ver-mittelst anderer dazwischen liegender Kräfte, welche gleichsamdas Leben und die Thätigkeir von einer zur andern fortpflanzen.

Insofern mögen wir jene nieder», untergeordneten Mittel-kräfte Werkzeuge der Seele heißen. Und die sogenannten äußernSinne sind unter denselben die wichtigsten..

Ob wir nun gleich uns durch unsere Empfindungen in derThat die Dinge anders vorstellen, als sie an sich sind, und werdie Wirkungen derselben auf unsere Nerven für die äußern Dingeoder Kräfte selbst halten: so ist doch diese Täuschung nicht schädlich.Wir brauchen zum Zwecke unsers Daseins nicht die Dinge, umdie Kräfte der Natur selbst zu erkennen, sondern nur die Ver-hältnisse, in denen wir mit ihr stehen. So ist die Absicht desgöttlichen Schöpfers erreicht.

Von allen unfern äußern Sinnen ist keiner im ganzenKörper verbreiteter, als der Sinn des Gefühls. Die Werk-zeuge desselben sind die überall unter unserer Haut verbreitetenNervenenden. Die leiseste Berührung derselben erregt einenReiz, und im gleichen Augenblicke eine Vorstellung in dem Ge-mürh. Obgleich die ganze Oberfläche des Leibes also eingerichtetist, daß wir den Eindruck von Außendingen wahrnehmcn, istdoch das zarteste Gefühl in den Fingerspitzen. Sie sind gleichsambei uns das, was bei andern Thieren die empfindlichsten Fühl-hörner. Zn ihnen breiten sich die Nervenspitzen in kleinen Kör-nern oder Wärzchen aus, so daß jeder äußere Eindruck auf sicviel lebhafter und deutlicher wirkt. Die Zartheit des Gefühls