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und das, was wir Fäulnis nennen, ist nur der Hervortrittneuen Lebens. Millionen Geschöpfe sind entstanden. Woher
sie kommen, wohin sie verschwinden, wozu sie dienen, _
wer dringt in das göttliche Geheimniß der unsichtbaren Natur-reiche? Aber auch das Kleinste ist dem Weltall so unent-behrlich, als das Größte; und die Sonne, welche tausendmalgrößer ist als die Erde, ist dem Allvater des Lebens keinwichtigerer Gegenstand, als das kleinste von den Thierchen,deren Tausende beisammen in einem Wafsertrvpfen ihre Her-berge finden.
Durch das Kochen des Wassers, worin §ie leben, werdensie, wie es scheint, getödtet. Aber wenn ihr feuchtes Grab- nur wenige Tage der Luft und Sonnenwärme ausgefetzt ist,erscheinen wieder neue Thierchen; sei es, daß die Todten sichwieder beleben, oder ihre Eierchen durch nichts so leicht zerstörtwerden können. Denn man hat entdeckt, daß sie sich nachJahre langem Tode wieder belebten. Wenn man das Wasser,worin sie in Menge erschienen sind, eintrocknen läßt, so verrdorren die Thierchen, verlieren alle Lebensthätigkeit und werdenganz unkenntlich. Man sieht ihre vertrockneten Häute daliegcn,wie glänzenden Staub, ohne Regung. Aber inan gebe ihnennach langer Zeit neues Wasser, und in einigen Minuten lebensie und schwimmen wieder behend davon.
Wo sollen wir die Grenzen des Lebens suchen? Muß ichnicht mit Ehrfurcht und Bewunderung gestehen, Gott sei sounendlich im Kleinen fortwirkend, wie er unendlich ist imGroßen? Er hört nicht auf; und je weiter meinem Auge er-laubt wird, vorzudringen, je mehr Schöpfung werde ich inder Verborgenheit gewahr. Es hat kein Ende. Was ist groß?was ist klein? Vor ihm ist nichts groß, der der Ewige, derUnendliche ist. Vor seiner Erhabenheit schwindet Alles insKleine zusammen.
Aus dem Lebendigen quillt das Lebendige; und ein Leben istdas Leben des andern. Es verändert seine Formen, bekleidet sichmit neuen Stoffen, und wirft sie wieder, wie ein unbrauchbargewordenes Kleid, von sich. Das nennt man den Tod. Ader