Druckschrift 
6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
273
Einzelbild herunterladen
 

273

30.

Der Wurm und die Allmacht.. -

l. Zsh. 3/ t.

O Dil/ vor dessen AngesichtZehntausend Sonnen »rangen.

Und Würmchen froh man zählt sie nicht!

Im Wassertropfcn hangen:

Herr, Herr, im All der Welten Floß,

Und groß im allerklcinsten Moor '

Anbetung Dir und Ehre!

Du starke Hand, die Alle; hält,

Die Erd' und ihre Meere,

Den Ufersand, den Niemand zählt.

Und alle Sternenhccre;

O Quell des 'Lebens, Quell des Licht»,

Du bist, und ohne Dich ist nichts!

Gepriesen sei Dein Name!

O Allmacht, außer mir zu sch'n,

Und in mir zu empfinden,

In allen Tiefen, allen Höh'nZu suchen, leicht zu finden;

O Allmacht, die mich schuf und trägt,

Die mich belebt, die mich bewegt:

Du bist die ew'ge Liebe!

^)o oft ich, von allerlei Sorgen beengt und bedrängt, hinaus--trete, einsam, in die stillen freundlichen Blumenfelder desSommers, durch den Segen der Aecker und Wiesen, in denerfrischenden Schatten des Waldes und die Summen derNatur zu meiner Seele sprechen wird es Alles anders inmir! Ich gedenke Gottes, ich sehe die Zeichen seiner Größe undGnade, und wie Moses, da er vor seinem Tode die KinderIsraels segnete, möchte ich der ganzen Welt sagen: DerHerr, wie hat er die Menschen so lieb! Alle seineHeiligen sind in seiner Hand! (5. Mos. 33, 3.) Undim Licht der freundlichen Sonne, wie cs die ganze Landschaftüberströmt, vergeht wie ein Nebel mein Kummer und Verdruß;die Ruhender großen Natur d«:rchdringt mich und wird zurRuhe meines Herzens. In der feierlichen Heiterkeit meinesGemüthes finde ich nur noch einen einzigen kleinen Unwillen,