Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!(Röm. 8, 15.)
Gott zürnet nicht; aber ihr selbst seid euer Zorn; ihrselbst seid euer Verdammer durch Unheiligkeit im Lebenswandel.Ihr fliehet ihn durch euer sündenvolles Thun, durch eure bösenBegierden. Die Liebe ist nicht in euch, darum seid ihr nichtin Gott.
Dies ist der Unterschied zwischen dem geistigen und demfleischlich ^gesinnten Menschen. — Das Gewitter zieht vorüber;der irdisch gesinnte, irreligiöse Mensch vergißt der ausgestandenenAngst, vergißt seiner Gebete, seiner Gelübde, geht hin, undkann wieder hassen, verfolgen, verleumden, betrügen, verführen,sich dem Trunk ergeben und dem Spie! und jeder lasterhaftenBegierde. — Der geistige Mensch, der ächte Christ bleibt liebendGott getreu. Er sah in den Stürmen des Gewitters GottesMajestät, wie er sie in dem wundervollen Bau jeder Blumeerkennt, welche die Erde trägt. Wer in Gott lebt und handelt,bewahrt ein freudiges Gemüth, und würde die Welt vergehen,oder ein Erdbeben ihn und Tausende begraben.
Abba, lieber Vater! mit kindlich liebendem Geist blicke ichempor zu Dir. Ich will Dich nicht verlassen; Du vcrlässestmich nicht! — Der Donner rollt, seine Stimme verkündetDeine Herrlichkeit, und in den Strahlen des Blitzes leuchtetDeine Pracht. Dich preisen die Sturmwinde, Dich preiset dererquickende Regenstrom, der von den Höhen des Himmelsrauscht. Offenbart in meinem Gemüthe durch Jesum, sehe ichDich in den Wundern der Schöpfung in ne.:er Offenbarungwieder. Ueberall finde ich Dich. In Allem will ich Dich lieben.Denn Alles, was geschieht, ist zu meinem Wohlergehen. Allespredigt mir Deine unendliche Liebe — ach, so predige auchmein Thun und Lassen, mein Empfinden und Denken Dich,nur Dich, und meine Liebe zu Dir. Amen.