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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
265
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Schöpfung nur das Irdische, die tobte Natur, das Vergängliche,was seine Augen, Ähren und übrigen Sinne erfreut.

Im Geiste leben beißt, überall nur das Göttliche wahr-nehmen; nur mit dem Göttlichen umgehen; nur die Seelen-größe und Scelenschönheit der Mitmenschen aufsuchen und lieben,mit ihnen sich nur als mir sittlichen Wesen Anlassen, und mihnen die höhere Natur achten. Der geistige Mensch steht inder göttlichen Schöpfung nicht bloß das Angenehme, Nützliche,das Große und daö Schöne; nein, er findet in dem ewigen,wundervollen Spiel der Natur eine SelbstoffenbarungGottes für den menschlichen Geist. Er empfindetüberall die Gegenwart des Unendlichen, die Nähe Gottes. Erist Geist, und steht nur vorzüglich mit dem Geistigen derWelt im Bund und Verkehr.

Ach, warum ist meine Sprache zu arm, meine Zunge zu.schwach, die Erhabenheit und den Werth des geistigen Lebenszu schildern, welches, wie Jesus Christus, sein Nachfolger, derwahre Christ, führt! Nur wer vom Geiste ist, versteht meineWorte. Der Irdische, dem nie andere Wollust lächelte, alsSinnenkitzel, der nie andere Schmerzen fühlte, als irdische,versteht mich nicht, und spottet meiner. Für ihn ist nur embuntes Reich der, per, keine geistige Welt; für ihn ist nurzwischen Wiege und Sarg ein Traum, kein ewiges, zusammen-hängendes Sein. Er empfindet, gleich dein Thiere, nur die Luftund den Schmerz, und nichts weiter; cr empfindet nichtüberall und immer Gottes Nähe, und daß wir in dem Heiligen,Ewigen, Unsichtbaren leben, weben und sind.

Wenn aber ein mächtiges, fremdes Verhangnip über ihnergeht, oder eine große Erscheinung aus der Schöpfung seinirres Gemüch ergreift, und er schaudernd vor der Erhabenheitsolcher Ereignisse zusammenstnkt, fühlt er nur die Lust oder denSchmerz de,selben , nur höchstens ein flüchtiges, frohes Auf-wallen seiner Empfindungen, oder ein knechtisches Zittern vorder Hand des Allmächtigen.

Du hast sie empfunden, die göttliche Nähe, oft und mannig-faltig empfanden warum erlosch dein besseres Gefühl so baldVI. 12