/
1
256
28 .
' Erinnerungen an die Allmacht Gottes.
Zweite Betrachtung.
. Luk. t, 37.
Was wir versteh'«/ entdecken wirZn Schimmern von Empfindung;
Dir aber/ Herr/ war'S sonnenhellSchon vor der Wellen Gründung.
Wir sammeln viel durch Unterricht/
Durch Ahnung viel zusammen:
Doch das für uns verborg'ne LichtStrahlt/wie ein Meer voll Flammen/
Vor Deinem Angesicht.
Dich/ den ich nie erforschen kann/
' Nie schauen ohne Hülle /
Allmächtiger/ Dich bet' ich anZn schauerlicher Stille.
O laß Du / den das Weltall preist/ -
Aus Deines Lichtes Meeren - - '
Nur einen Tropfen meinem Geist/ <
Dich würdig zu verehren/
Dich/ den das Weltall preist:
Aft und am liebsten suchte Jesus, sö lange er unter den Kinderndes Staubes wandelte, den Schauplatz der freien Natur. Daüberließ er sich seinen Betrachtungen; da lehrte er, und wieshin auf die väterliche Fürsorge des Schöpfers, und entlehntevon den Umgebungen die sinnreichsten und erwecklichsten Bilder.Denn die Schöpfungen der Allmacht, alle diese Wunder der Erdeund des Himmels, sind der schöne, geheimnißvolle Schleier, inwelchen sich die Gottheit verhüllt vor den Augen der Sterblichen.Aber sie verhüllt sich vor den Blicken des Sterblichen, nicht umihnen verborgen zu bleiben, sondern sich ihnen nach Maßgabeihrer Kraft und Schwäche zu offenbaren. Welcher Mensch könnteden unmittelbaren Anblick der Majestät Gottes ertragen? DasAuge, welches den unverhüllten Glanz der Sonne schauen will,erblindet im Uebermaße des gewaltigen Lichtes.
Darum führte Jesus Messias seine Jünger oftmals hinausin das Heiligthum der Natur, und zeigte in die Unermeßlichkeit