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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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vor ihm aufgethan sein! Das ganze All der Dinge würdeihm neu erscheinen.

Doch wozu dies? Er hat ja noch lange nicht Alles erforscht,was ihm in seinem eigenen Geschlecht wissenswürdig sein sollte. iMit Leichtsinn oder Gleichgültigkeit geht er, gleich dem Thiere,über Alles hin, was nicht seine Nahrung, sein Trank, sein Kleid,sein Haus, oder sonst ein Mittel des Sinnenkitzels ist. Nichtseine Seele nur, selbst sein sichtbarer Körper ist ihm oft nochein unbetrachtetes Geheimniß. Und doch wie wunderbar ist auchdieser gebaut, urd wie erhaben vor allen andern Thiergestalten!Jeder Athenrzug der Lunge ist die Fortsetzung eines außer-ordentlichen Wunders; und jeder Schlag des Herzens, der dasmenschliche Geblüt binnen fünf oder sechs Minuten durch allevielverschlungenen Adern und zarten Gefäße des ganzen Körperstreibt, ist Wunder.

Wann würde ich aufhören können zu erzählen, wenn ich denkünstlichen Bau, die Einrichtung aller Theilc des menschlichenLeichnams beschreiben, oder ihre zweckmäßige Ordnung andcuten >wollte; wie ein Gerippe von mehr denn drittehalbhundertKnochen, durch zähe Bänder zusammengehalten, von Adern,Gefäßen, Säften mancherlei Art und Häuten umkleidet, dieedle Gestalt des Sterblichen bildet; oder wie das Fleisch, auseinem halben tausend Muskeln gebildet, und von geistigen Ner-vcnhaaren nach allen Seiten hin durchströmt, der Behälter derSinne wird, durch welche das ganze unermeßliche Weltall zurSeele dringt!

O mein Schöpfer, mit David'bete ich: Dank Dir darüber,daß ich wunderbarlich gemacht bin. Wunderbarlich sind DeineWerke, und das erkennt meine Seele wohl. Wie köstlich sindvor mir, Gott, Deine Gedanken? wie ist ihrer eine so großeSumme? Sollte ich sie zählen, so würden ihrer mehr sein denndes Sandes. (Ps. 139, 14. 17. 18.) Herr, allmächtig, weiseund gnädig, je tiefer mein Geist sich in die Wunderfülle DeinerWerke hinabscnkt, je unergründlicher wird mir Dein Reichthum,je unbegreiflicher Deine Hoheit. Ich verliere mich schauderndin der Unermeßlichkeit Deiner Macht, doch kenne ich von der-