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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Wohl oft hat die fleißige Ameise, die nützliche und sinnreicheBiene die Bewunderung beobachtender Zuschauer erregt auchdie mit acht Augen und acht Füßen ausgestattete Spinne mitihrem kunstvollen Gewebe. Aber wessen Blick dringt in das rechteGeheimniß ihrer Einrichtungen und Künste? Es herrscht hiereine Ordnung und Zweckmäßigkeit, die ans Unerklärliche grenzt.Wer lehrt die junge Spinne ihr zartes Werk schaffen, von dervierhundert Faden erst so dick sind, als drei einzelne Faden einerausgewachsenen Spinne? Vier Millionen Faden junger Spinnenhaben nicht die Dicke eines einzigen Mcnschenhaars!

Nur die Bewohner des Wassers, die vielverschiedenen Fische,sind in Rücksicht ungeheurer Vermehrung den Insekten ähnlich.Und doch leben alle Fische längere Zeit, als die meisten Insekten.Man hat einen Hecht, mit kupfernem Ringe um den Kopf be-zeichnet, in einem Teiche bewahrt, der über dritthalbhundertJahre alt wurde. Aber der Vermehrung der Fische stehen ganzandere Hindernisse entgegen. Sie selbst verzehren unter einandersich oder ihre gelegten Eier. Dann eilen Menschen, vierfüßigeThiere und Vögel herbei, aus den belebten Wasserbehältern ihreNahrung zu suchen. Mag gleich jeder Häring über zwanzig-,ein Karpfen über dreimalhunderttausend Eier tragen und legen:nie wird die Zahl der Fische übermäßig.

Besonders im Meere sind zahlreiche Ungeheuer bereit, dieMengen derselben zu mindern, wie der siebenzig bis hundertFuß lange, oft gegen sechszig bis siebenzig Zentner wiegendeWallfisch, der sich von der Masse kleiner Fische nährt, um mitseinem Thran und Fischbein eines der nutzreichsten Thiere für dieBedürfnisse des Menschen werden zu können; oder der gefräßigeHaifisch, dessen Rachen, ausgestattet mit einer sechsfachen Reihebeweglicher Zähne, ganze Menschen und Pferde verschlingt,ohne sie nur zu kauen.

Je furchtbarer und schädlicher die Thierarten sind, jesparsamer ist ihre Vermehrung, oder je schwieriger wird sie.So sorgt die göttliche Vorsehung, um Alles im ewigen Gleich-gewicht zu bewahren. Obgleich das mächtige Krokodill jährlichbei hundert Eier in den Sand der heißen Weligegenden legt,