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6 (1837) Gott in der Natur
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Woher diese Menge nie geringer werdenden Lichts? Mansagt: vom Feuer! Und was ist das Feuer? An sich selbstwieder eine wunderbare Wirkung verborgener Kräfte. So quillt§lso ein Wunder aus dem andern, ein Segen aus dem andern.

Das Feuer ist einer der allgemeinsten und wichtigsten Be-standtheile des ganzen Weltalls. Es ist in allen Körpern ent-halten, wenn gleich nicht sichtbar, sondern gebunden. Erst wennDie Kraft des in Körpern enthaltenen Fei-ers durch Zutrittandern Reizes entbunden wird, zeigt es seine glänzenden Flam-men. Es ist durch das ganze Weltall verbreitet, und wie in derSonne, so im menschlichen Leibe; wie in den allerhöchstenRäumen des Luftkreises, so in, tiefsten Schoost der Erde. Durcheinfache Mittel weiß es der Mensch überall zu seinem Nutzen zuerwecken. Er schlägt die schlafenden Funken aus dem härtestenStein, aus dem kältesten Stahl.

Nicht bloß Licht ist die schöne Gabe des Feuers, sondernnuch eine wohlthätige, Alles durchdringende Wärme. DieseWärme ist es, durch deren wundersame Wirkungen zahlloseSamenkörner des Erdbodens erwachen, und ihre Keime demSonnenlicht entgegenstrecken; welche Menschen und Thiere be-lebt , daß ihr Blut freudig durch alle Adern ströme.

Das Weltall ist Leben überall, und gleichsam ein unendlichesFeuermeer, in dem wir fröhlich uns bewegen. Die dunkelrothenNordlichter, welche in mitternächtlichen Ländern hoch über demHimmel in spielenden Fcuerstreifen hinlodern, sind von derselbenNatur, wie der Funke, welchen wir dem Strahl entreißen. Der-goldene Strahl der Sonne, welcher den Thautropfen im halbaufgestblofstnen Busen der jungen Rose trinkt, ist von derselbenNatur, wie die donnernde Feuermasse, welche aus den Ein-geweiden des Erdballs hervorbricht, aus den Gipfeln feuerspeien-der Berge rauscht, oder ganze Länder mit unterirdischen Er-schütterungen bewegt, daß Paläste Zusammenstürzen, Städteuntersinken und Gebirge hoch in den Wolken des Himmels ihreFelstngipfel niederfallen lassen. Nur nicht überall und immer istdie in allen Dingen schlummernde Kraft des Feuers erweckt undzur Thätigkeit entbunden.

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