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welche nirgends mehr Wunder sieht, und doch immer nachWundern von Gott verlangt. Diese ist nicht eine Folge derGewohnheiten, sondern eines ungeübten Verstandes, der nochnie über das nachgedacht hat, was ihn zunächst umgibt; oderLines durch Leichtsinn und Fehler anderer Art verbildeten Herzens,das für die Erhabenheit, Ruhe und Schönheit der großen,geheimnißreichen Natur keinen Sinn hat, weil es nur fürSchwelgereien menschlicher Kunst, für selbsterdachtcn Sinnen-kitzel, für ehrgeiziges Streben, oder für die Lust, Vermögenund Geldrcichkhum zu vermehren, allein brennt.
Denke dich, wenn du einsam durch die blühenden Flurenwandelst, um dich nach den Geschäften des Tages zu erholen.Lenke dich eine Zeit lang in die Lage eines Blindzebornen;nimm eine Zeit lang seine schwarze Nacht in deine Augen, undbilde dir ein, du habest Gottes Welt noch nie gesehen. Dann öffneLeine Blicke plötzlich, und empfinde bei dem Glanze von MillionenGegenständen, der in deine Seele dringt, das Glück, das dirGottes Güte gewährte. Das bunte Reich der Farben, welchesDom blauen Himmel bis zur grünen Wiese vor Vre schwebt,wird dich vielleicht zum erstenmal überraschen und rühren.
Was sind diese Farben, welche dein Auge erfreuen, unkLie du Keinem beschreiben kannst, der sie nie selbst gesehen?—Du fragst vergebens. Der Weiseste der Sterblichen, der tiefsteForscher der Natur, kann dir dies Geheimniß Gottes nichtLnträthscln. Was sind oiese Farben? Mehr wissen wir nichtvon ihnen, als daß sie Wirkungen des Lichts sind. Denn ohneLicht ist Alles dunkel. Wie kann aber das Licht solche Wunderthun, bald indem es auf die Gegenstände unsers Zimmers, baldauf die Fluren, Hügel, Bäume und Gewässer der Landschaft,bald auf die Luft fällt, wo es im Regendunst den glänzendenHimmelsbogen malt? Siehe, so unwissend ist der Mensch, daßer selbst die Wunder nicht begreift, die ihm so nahe und alltäglichvorliegen! So beschränkt ist der Geist des Sterblichen, daß erselbst das nicht erklären kann, was er in jedem Augenblick sicht.
Das Licht, welches die Farben erzeugt, ist ein neues Räthsel.Wir ergründen cs nicht, wodurch es entsteht, und wie cs wirkt.