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Jahre umschwebt, äußert er seine anziehende Kraft gegen die-selbe. Er zieht die Wasscrmasse des Meeres empor, über welcherer steht; indem sich ein breiter Wasserberg erhebt, stürzen ihmdie Wellen aus entserntern Gegenden nach. Dort, wo dasAönehmen der Gewässer bemerkt wird, heißt es Ebbe; hier, wodas Anschwellen des Meeres statt findet, heißt es Fluch. Aberder Mond rückt fort, und die Fluth des Meeres wandelt nulihm. Die dadurch hervorgebrachte Bewegung reicht bis auf dentiefsten Abgrund des Ozeans; das Oberste wird durch solcheErschütterungen mit dem Untersten vermischt; die Wärme derhöhern Wellen mit der Kälte der tiefsten gemäßigt; das Vcr-derbm'ß des Wassers verhindert; Gesundheit und Lebenskräfteder Bewohner der gesalzenen Fluchen bewahrt, und der Schiffer,welcher fernen Ländern die Geschenke seines Vaterlandes bringt,ü-er Sandbänke und Untiefen glücklich hiriweggetragen.
So greift in der Ordnung des großen Weltgebäudes Alleswunderbar nach den weisesten Zwecken in einander. Nichts istda vergebens. Das Niedrigste dient dem Höchsten, das Größtedem Kleinsten. O, wer auch nur einen flüchtigen Blick in denprachtvollen Tempel des Schöpfers, in das erhabene Ganze derNatur warf, wer kann da bei solchem Reichthum zusammen-geordneter Wesen, bei solcher ewig thätigcn Wechselwirkung allererschaffenen Dinge, bei so hoher Zweckmäßigkeit des Einzelnenund der Gesammtheit, sprechen: Sehet da ein Werk des blindenZufallsEs ist kein Gott! —
Und von Allem kennen wir nur noch das Wenigste. Nochfind Millionen Dinge unfern Erfahrungen fremd geblieben,und von Millionen Dingen, die wir kennen, sind uns noch ihreBestimmungen und Zwecke fremd. Sie alle zu durchschauen,dazu bedarf es mehr als menschlicher Weisheit — man muß einGott sein.
Ost jieht man das Meer sich mit dem Himmel seltsam ver-mählen, ohne daß man begreift, durch welche Kraft oder zuwelchen Zwecken. D«e Wolken neigen fich vom Himmel nieder ,und das Wasser steigt gleich kristallenen Säulen wiebelnd vonder Meeresfläche in die Wolken auf. Solche furchtbar-schöne