Ihre Geschlechter und Arten sind nicht zu zählen; ihre Ver,mehrung übersteigt allen Glauben. Die Fische vermehren sichschon, ehe sie nur den vierten, ja oft ehe sie kaum den achtenTheil ihrer Größe erlangt haben. Manche tragen und legen zu,gleich über neun Millionen ihrer Eier; und viele, so weit manbisher Erfahrungen anstellen konnte, leben oft anderthalb-hundert Jahre lang.
' Vieles berichtet der Mund der Reisenden von den Wunderndes Meeres — aber cs gehört ein Menschenalter dazu, sie alle auf,zuzählen, so viel wir von ihnen wissen; von den mannigfaltigenGestalten der Wassergeschöpfe aller Gattungen, ihrer Lrbenart,'ihren Eigenschaften, ihren geheimen schaarenweisen Wanderzügen,ihrem Nutzen und der Art, wie man sich ihrer bemächtigt.
Wie die Flüsse des Landes, sind auch die Wellen des Meeresimmer in Bewegung. Ein langer Stillstand würde die Luft mitungesunden Dünsten füllen, und alles Leben auf dem Erdballverpesten. Aber das Wasser der See widersteht schon durch seineeigene Natur jeder Fäulniß; denn cs ist so sehr gesalzen, daß esin heißen Ländern sein Salz an den Ufern abwirft, wo cs vonder Sonne gebleicht und getrocknet wird, den Menschen zurNahrung. — Woher diese Salzung des ganzen unermeßlichenOzeans? Auch hier ist ein Gehcimniß der Natur, ein Wunder-werk des Schöpfers! Und auffallender spricht uns die Weisheitdesselben an, wenn wir wahrnehinen, daß nur da die Fluthenam salzreichstcn sind, wo sie unter heißen Himmelsstrichen zurFäulniß am leichtesten geneigt werden könnten. In kalten Welt-gegenden, in der Nähe des großen noch nie durchbrochenenEismeers, ist das Mecrwasser noch fast süß.
Aber zur beständigen Erschütterung und Aufwühlung dergroßen Wassermasse, die den Erdball umgibt, wirkt noch rinanderer und mächtiger Umstand. Dies ist der Mond. DieserHimmelskörper ward nicht nur vom Schöpfer hingcordnet,durch das Zurückwerfen der von ihm aufgefangenen Sonnen-strahlen unsere Nächte zu erleuchten, sondern er ward auchdurch die höchste Weisheit zur Bewegung des Meeres bestimmt.Wie der Mond im regelmäßigen Lauf unsere Erde zwölfinal im