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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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nähren. Jahrhunderte vergehen, Pflanzen steigen aus demStaube der Pflanzen auf, und vermehren die fruchtbare Erdedes Korallenfelsens, die nun bald Vögeln und hieher gewehtenWürmern, bald von benachbarten Küsten hieher verschlagenenThieren und Menschen zum Aufenthalt dient.

Solcher von kleinen Würmern aufgebauten Inseln findetman im Meere viele, die jetzt bewohnt sind, und ganzen Völker-schäften zum Vaterlande dienen. So dauern die Schöpfungender von Gott beherrschten Natur noch immer fort, und derMensch genießt derselben ach, oft in seiner Rohheit kaumahnend, welche Wunder er mit den Füßen betritt.

Aber warum gedenke ich der Wunder weit entfernter Welt-gegenden? Bist Du, Unendlich-Herrlicher, minder groß inden Schöpfungen, die mich umgeben? Habe ich deine weisenZwecke schon in allen denjenigen Gegenständen erforscht, die un-mittelbar vor meinen Augen daliegen? Kann ich es begreifen,wie die einfachste Blume sich aus ihrer Knospe entfaltet undmit Farben reift, welche die Kunst keines Sterblichen nach-zubilden vermag? Kann ich es begreifen, wie, obschon un-belehrt, doch jedes Thier, auch das kleinste Gewürm, immer anden schicklichsten Stellen seine Höhle, sein Nest anlegt, seineJungen pflegt, und unter Millionen Pflanzen diejenigen aus-wählt, welche seiner Bestimmung und Nahrung am gemäßestensind?

Ach, die Geschichte des allerkleinstcn Wurms ist dem Weisen,dem Christen, dem Verehrer Gottes, ein wundervoller Spiegelgöttlicher Macht und Liebe und unbegreiflicher Weisheit!

So weit nur Deine Sonnen glänzen,

Reicht Deine Huld, die uns erhält;

Reicht über unserS Himmels Grenzen,

O Vater bis zur fernsten Welt.

Und Deine Gnad' und auch ihr ReichSteht ewigen Gebirgen gleich.

Dir, Gott, ist kein Geschöpf verborgen.

Nicht eins, vom Menschen bis zum Thier.

Du würdigst alle Deiner Sorgen;

Sie danken Lust und Leben Dir.

ES mag gering und niedrig sein:

Dir, Gott, ist nichts zu groß und klein!