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mit dem Lichte der Vernunft, mit dem Kleinode der Sprache,in welches er den erhabenen Begriff der Gottheit hüllen kann—der Mensch kann in der Frühlingswonne gefühllos bleiben? -—Ln der ganzen Pracht und Anmuth der Natur nichts, gleich jedemThier, als eine Erquickung seines Leibes finden? — nur eineabwechselnde Art von flüchtigen Lustbarkeiten?
Nein, ich bin ein Christ! Ich sehe mit Christo in der-Schöpfung nicht das Irdische, sondern die göttliche, wirkendeMacht meines himmlischey Vaters; nicht das Vergängliche,sondern das Bleibende, Ewige, immer unter neuen GestaltenWiederkehrende. Für mich ist das Erwachen der Natur imFrühlinge das jährliche Gedächtnißftst der göttlichen Welt-schöpfung. Dieselbe Macht, welche vor vielen Jahrtausendenaus den Wüsten und Leeren das Licht und die Sterne, Meere,Erden, Pflanzen und Gewürme und Thiere rief, die Tage schuf,die Zeiten des Jahres ordnete; dieselbe Hand, welche aus demweiten Nichts die wunderreiche Schöpfung hervorwinkte, hatauch aus dem erstarrenden Wintcrschoose dieses neue Aufblühen,diesen Glanz, diese Weltpracht hervorgeruftn. Jeder Frühlingist eine erneuerte Schöpfung, und macht mich selbst zum Zeugenvon den Tagewerken der himmlischen Allmacht und Gnade.
Und auch ich bin unter den zahllosen Wundern der göttlichenMacht selbst ein Wunder, welches ich nicht begreifen kann, undkeins der geringsten. Der menschliche Geist schwebt höher alsalles Irdische; er umfaßt das Mannigfaltige, und trägt in sichdas Bild der Welt und der Gottheit. Er ist die Krone, die letzteund lieblichste Blume der Schöpfungswerke, zwar fest mit denWurzeln am Erdball haftend, aber das Haupt durch den Himmelhebend zur Gottheit.
Darum mische sich meine Freude, mein Gebet in den JubelDeiner Schöpfungen. Auch meine Seele ist Dein Werk,Weltenvater, Namenloser! Auch ich bin Dein Kind, das Duaus dem Nichts zur Seligkeit riefest. Ja, auch ich darf in demprachtvollen Hciligthum Deines Weltgebäudcs mich DeinerGröße freuen; darf vor Dein Antlitz treten, und Anbetungbringen.