Druckschrift 
6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

finde mein Verlorenes wieder! Kein irdischer Frühling gleichtder Wonne solchen Wiederfindens.

O theure Seelen, theure Namen, die ich nicht nennen kann,ohne daß Thronen der wehmüthigen Sehnsucht meine Augennetzen, o mir zu früh Entrissene! es kommt nach dem irdischenLenze der himmlische, welcher mein Verlangen stillt.

Gott, mein Gott! welchen Seligkeiten Haft Du mich noch-aufbcwahrt! Gott, mein Gott, welche Freude weißt Du mirnicht schon in dieser Welt zu geben! Ach, nie fühlte ich cs solief und innig, als jetzt im Glanze des Frühlings, wie unwerthich Deiner Liebe und Barmherzigkeit bin.

Ja, mit dem neuen aufblühenden Leben Deiner Schöpfungblüht neue Liebe, neuer Glaube, neue Hoffnung in meinemHerzen auf!

Wohl habe ich oft gefehlt, wohl habe ich Deiner im Ge-tümmel der Welt, der Zerstreuungen, der Arbeiten oft ver-gessen; wohl habe ich oft der Lehren meines Jesu nicht geachtet;wohl habe ich oft, von meinen Leidenschaften, von meinenGewohnhritsfehlcrn hingerissen, den Menschen, die Du dochliebst, weh gethan; wohl habe ich manches Gute unterlassen,Das ich hätte stiften können; aber mit treuer Liebe zu Dirwill ich meinen Lebenswandel beginnen, weil sich mein Glaubeimmer herrlicher zu Dir erneut. Ich will der bessere, der edlereMensch, der wahre Nachfolger des göttlichen Jesu werden, umDer Hoffnungen willen, die Du mir bereitet hast.

Denn wie darf ich jene Hoffnungen und Verheißungenergreifen, wie können sie mein Glück in Deiner schönen Welt-erhöhen, oder wie können sie mich in Augenblicken des Kummerströsten, wenn ich mich ihrer durch meinen Lebenswandel nichtwürdig mache? Laß mich voll heiligen Geistes werden inAllen meinen Gedanken und allen meinen Handlungen. Ichmuß schon hier streben nach Heiligkeit und Unschuld, um Genossehöherer Seligkeiten werden zu können; um euch, ihr theuernVor mir Hmübergcgangenen, wieder zu haben, um mit euchTeilnehmer der ewigen Herrlichkeit zu sein.