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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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O Schöpfer, allmächtiger wunderbarer Schöpfer, wie groß,wie unbegreiflich wirst Du mir selbst in dem kleinsten DeinerWerke! Ich mag umherschauen, wohin ich will, überallpredigt mir Alles Deine Majestät, Deine unerschöpfliche Weis-heit, Deine unergründliche Huld. Wie mag der Mensch Dein> je vergessen, Deiner vergessen, der Du seiner nie vergissest?Wie mag der Mensch Dich vermissen, Dich suchen, o Du All-gegenwärtiger, dessen Wesen und Hoheit uns aus dem Kleinstenund Größten anspricht, was uns umgibt?

Der Mensch ist es möglich? er Dich vergessen, er un-dankbar sein, er selbst doch die schönste Blume in der gesummtenSchöpfung, die er kennt! Er Dich vcrläugnen, der Du Dichin ihm am herrlichsten offenbart hast! Er, geschaffen Dir ähnlich!Geist gleich Dir, o Gott der Geister, heiligster der Geister!er vcraißt der erhabenen Abkunft; vergißt seiner erhabenen Be-stimmung? klebt sinnlich thierisch nur am Irdischen? sieht nurStaub, lebt nur für denselben; sorgt nur für seine Nahrung,für das Gedeihen seines Leibes, gleich einer Pflanze, und welktdann, wie sie, wieder zum Staube nieder?

Nein, nein herrlicher ist der Beruf meines Geistes, alszum schwelgenden, ärmlichen'Pflanzenleben! Nein, o meinGott, mein Schöpfer, den ich Vater nennen darf, nein, ichverläugne Dich nicht!

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Nacht der Wälder, deren Gipfel feierlich über mir ertönen, wieGesang. Ich begegne Dir unter den wankenden, bunten Blumen-hceren des Feldes, deren süßer Duft zum Himmel emporwallt,wie Opferduft! Ueberall bist Du, und überall Gott, meinGott! Die Kornähre, der Grashalm, das niedere Moossprechen: wir kommen von Gott! Die ganze Natur ist einTempel, in welchem ich Dich anbcten soll und jeder Theil,auch der geringste, an diesem Heilizthum, predigt Dich!

Vater, Aller Vater, der Du bist wunderbar und mächtigauf Erden, wie in den Himmeln, heilig sei mir Dein Name!Amen.