O Schöpfer, allmächtiger wunderbarer Schöpfer, wie groß,wie unbegreiflich wirst Du mir selbst in dem kleinsten DeinerWerke! — Ich mag umherschauen, wohin ich will, überallpredigt mir Alles Deine Majestät, Deine unerschöpfliche Weis-heit, Deine unergründliche Huld. — Wie mag der Mensch Dein> je vergessen, Deiner vergessen, der Du seiner nie vergissest?Wie mag der Mensch Dich vermissen, Dich suchen, o Du All-gegenwärtiger, dessen Wesen und Hoheit uns aus dem Kleinstenund Größten anspricht, was uns umgibt?
Der Mensch — ist es möglich? — er Dich vergessen, er un-dankbar sein, er selbst doch die schönste Blume in der gesummtenSchöpfung, die er kennt! — Er Dich vcrläugnen, der Du Dichin ihm am herrlichsten offenbart hast! Er, geschaffen Dir ähnlich!Geist gleich Dir, o Gott der Geister, heiligster der Geister!er vcraißt der erhabenen Abkunft; vergißt seiner erhabenen Be-stimmung? klebt sinnlich thierisch nur am Irdischen? sieht nurStaub, lebt nur für denselben; sorgt nur für seine Nahrung,für das Gedeihen seines Leibes, gleich einer Pflanze, und welktdann, wie sie, wieder zum Staube nieder?
Nein, nein — herrlicher ist der Beruf meines Geistes, alszum schwelgenden, ärmlichen'Pflanzenleben! — Nein, o meinGott, mein Schöpfer, den ich Vater nennen darf, nein, ichverläugne Dich nicht!
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Nacht der Wälder, deren Gipfel feierlich über mir ertönen, wieGesang. Ich begegne Dir unter den wankenden, bunten Blumen-hceren des Feldes, deren süßer Duft zum Himmel emporwallt,wie Opferduft! — Ueberall bist Du, und überall Gott, meinGott!— Die Kornähre, der Grashalm, das niedere Moossprechen: wir kommen von Gott! Die ganze Natur ist einTempel, in welchem ich Dich anbcten soll — und jeder Theil,auch der geringste, an diesem Heilizthum, predigt Dich!
Vater, Aller Vater, der Du bist wunderbar und mächtigauf Erden, wie in den Himmeln, heilig sei mir Dein Name!Amen.