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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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landschaften des Senegals wachsend, hat oft einen Umfang vonachtzig bis hundert Fuß, und breiret fünfzig Fuß lange Zweigeüber die Thälcr! Noch blühen dort Bäume, die schon blüheten,ehe Christus geboren ward. Ja man hat ihrer gefunden, dieein unverkennbares Alter von drei- bis viertausend Jahrenhatten und noch kräftig grünten.

Was ist daneben des Menschen flüchtiges Leben ? Wir staunenden Greis an, welcher über sein erstes Jahrhundert hinweg-dauert. Aber Eiche und Adansonie sinken nach Jahrhundertenund Jahrtausenden in den Staub, und nach Jahrhundertenund Jahrtausenden sind sie nicht vollkommener, als sie in ihrenersten Jahrzehnden gewesen waren. Der Mensch hingegen ent-wickelt seine wunderbaren, hohen Gcmüthskräfte mit Schnellig-keit, wie er die Brust der Mutter verläßt. Er empfängt dasVermögen der Sprache, und nimmt durch seine äußern Sinnedie Vorstellung von der ganzen äußern, ihn umgebenden Weltauf. Er ist mehr als stumme, gedankenlose Pflanze. Ein Tagseines Daseins wiegt das Jahrtausend vom Leben einer Pflanzeauf. Er ist Geist. Er denkt Gott. Er kennt die Ewigkeit seinerBestimmung. Er unterscheidet sich von dem Leichnam, der ihnumhüllt, und welcher, gleich der Pflanze eine kurze Zeit blühet,dahinwelkt und stirbt. Was ist das Leben der mehrtausend-jährigen Adansonie gegen die Unsterblichkeit des menschlichenGeistes? Weniger, als ein Augenblick! Es ist daneben nichtsmehr, als die Dauer der Schimmelschwämme, die gleich nachihrem Entstehen wieder in Fäulniß fallen und vergehen.

Namenlos und verschieden, wie in Rücksicht des Alters,welches sie erreichen, sind die Pflanzen in Betracht ihrer Gestalt.Wer wäre vermögend, nur die mannigfaltig abwechselnden For-men ihrer Blätter, oder die anmuthigen, sinnreichen Bildungenihrer Blumen zu zählen? Welcher Künstler verstände die Farben-mischung trefflich genug, daß er die reizenden, einfachen Ab-stufungen des Grüns nachzubilden im Stande wäre, mit welchemdie ganze Pflanzenwelt gekleidet ist? Wer bildet aus Seiden undEdelsteinen den Glanz, die Zartheit und Frische jener bezaubern-den Farben und Vcrschillerungcn derselben nach, die unser Auge