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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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HK

Je tiefere Blicke ich in die Ordnungen der Schöpfung werfe,je anbetungswürdiger erscheint mir des Schöpfers erhabene Sorg-falt. Wie unzählige Vorbereitungen sind nöthig zum Keimen einesschwachen Samenkorns, wie vielerlei Mittel zu seiner Erhaltungund Nahrung; und doch fügt sich alles so einfach, so leicht zu-sammen, daß der Sterbliche es kaum bemerkt lind achtet! Wieviel gehört dazu, daß Menschen und Thiere in einer Gegendleben können und doch ein wunderbarer Ucberfluß für Alle!und für Jeden wieder nach seiner besonder» Natur, nach seineneigenen Bedürfnissen! Wie der Mensch die gesunde und un-gesunde Nahrung unterscheidet, so weiß auch das Thier die schäd-lichen von den bessern Kräutern abzusondern, so weiß auch diePflanze mit ihren Wurzeln unterirdisch umher zu schleichen, bis siediejenige Nahrung findet, die ihrem Gedeihen am besten entspricht.

Und wie die Wurzeln erstarken, so wachset die zarte Pflanzemächtiger empor, und wird nun, was ihre vom Schöpfer ver-ordnet! Bestimmung ist. Sie wird zum Schwamm, der überNacht im Schatten der Bäume aufschießt; zum Moose an Felsund Stein; zur Flechte, welche alternde Stämme umspinnet,oder haarig von deren Zweigen niederweht; zum Kraut undGrase, welches die Thäler und Hügel und Ebenen schmückt; zurimmergrünen Palme, welche ihre kostbare Frucht im Gipfelträgt, und mit einem einzigen ihrer Blätter das Dach einer Hüttedes wilden Indianers deckt; zur Staude, deren Wurzeln vieleJahre leben, und jährlich frisches Kraut hcrvortreibcn; zumniedern Strauch, dessen holzige, zahlreiche Stengel aus gemein-samem Wurzelstock treiben, zwar nie die Höhe eines Baumes,aber doch oft dessen Lebensalter erreichen; zum hochstämmigenBaume endlich, der zwar nur einen einzigen Stamm aus seinerWurzel emporsteigen läßt, aber dann oft mit seinem Schattenganze Thäler füllt, und mit seinem Alter durch viele Jahr-hunderte geht. So dauert die Eiche über ein halbes Jahr-tausend; im Schatten ihrer Zweige erfreuen sich mehr dennzwölf auf einander folgende Menschengeschlechter. Doch wiehinfällig und flüchtig ist ihre Lebensdauer gegen die afrikanischeAdansom'e! Dieser Baum, in den warmen, feuchtsandigen Ufer-