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Woher diese außerordentliche Stärke? Wie kann solcheMacht in einem so zarten Keime wohnen, den der Finger einesKindes tändelnd zerstört? Warum erwacht die Kraft nicht früher,bis der volle Frühling das Gedeihen sichert? Wahrlich, hierist das Walten Gottes! — Der scharfsinnigste Künstler aufErden und der gewaltigste der Fürsten, dessen Winken MillionenMenschen gehorchen: könnten sie ein einziges Samenkorn er-bauen? Wie groß ist Gottes Allmacht selbst im Kleinsten! Nursie Reiche aller seiner Wunder mit flüchtigen Augen in derweiten Schöpfung auf Erden zu erkennen, wäre ein einzigesLebensalter des Menschen nicht hinlänglich. — Und wie dieseinzelne Samenkorn, so sind Millionen neben Millionen auf derweiten Oberfläche des Erdballs ausgestrcut, daß sie nicht zuzählen wären. Keins gleicht dem andern, alle sind von einanderunterschieden an Größe, Schwere, Gestalt, Farbe. Einigehaben Flügel, wie die Samen der Tannenbäume, damit derWind sie auf entlegene, kahle Oerter führen könne, wo nockdes Lebens zu wenig blüht. Andere fallen täglich vom Baumund dessen Aesten nieder, weil sie eine warme Winterdccke vondessen im Herbst abweisendem Laube empfangen möchten, umnicht zu erfrieren. Jede einzelne Pflanze bringt wieder desSamens jährlich in ungeheurer Menge; ein einziger Eichbaumoft so viel, daß daraus ein weitläufiger Wald erwachsen könnte,wenn jede Eichel gediehe. Aber der Schöpfer ist voll Güte, mitdiesem Uebermaß von Früchten Menschen und Thiere zu er-nähren; er streut damit den Vögeln und Würmern ihr reichlichesFutter hin. Er versorgt sie Alle, seine Erschaffenen, Keines darfleer ausgehen. Nur der. allergeringste Theil des jährlich reifendenSamens ist genug, den ganzen Erdkörper mit Pflanzen zuübergrünen. Herr! wie sind Deine Werke so groß und viel!Du hast sie alle weislich geordnet, und die Erde ist voll DeinerGüte! (Ps. 104, 24.) '
Ist der Bau eines gering scheinenden Samenkörnleins schonhinreichend, unsere Verwunderung zu erregen: so ist es noch mehrdas Leben des Keimes. — Was ist dies Leben ? Es ist etwasSeelenartigcs in dem kleinen Keime; denn er dringt, wie gerufen