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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
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Blumen fangen an, ihren Schmuck zu entfalten, während dieBäume ihre Knospen schwellen lassen, oder schon mit BlüthenFränzen prangen.

Wer möchte da gleichgültig bleiben! Wie begierig und frohsült Alles an heitern Tagen hinaus in Feld und Garten, diewieder erscheinende Schönheit der Welt zu sehen! Aber wo sollLch meine Betrachtungen der göttlichen Macht anfangen, woqenden? Ich verliere mich in einem unendlichen Labyrinth vonWundern; der schlechteste Grashalm, die kleinste Feldblume,welche mein Fuß niedertritt, ist ein Zeuge der allerhöchstenWeisheit, der allerhöchsten Macht.

Mondenlang unter Eis und Schnee schlief das erste Samernckorn. Aber Gott hat ihm eine natürliche Wärme gegeben,-saß es auch durch den stärksten Frost nicht das in ihm wohnendeÄeben verlieren konnte. Kein Mensch wußte vom Dasein diesesSammkörnleins, Niemand verpflegte cs. Aber Gott, derss geschaffen hat, sorgte auch für die Erhaltung desselben. Ersvußte die Stelle, wo es am nützlichsten keimen, am besten Näh-erung empfangen würde. Sturmwinde flogen darüber hin, sieentwurzelten feste Eichen und versenkten die Schiffe des MeeresÄ den Abgrund. Aber das unbemerkte Samenkorn ließen sieruhig an seiner Stelle schlafen, oder trugen es auf einen Platz,wo es noch daran fehlte und wo es besser gedeihen konnte.

Sorgt die Vorsehung so für das Samenkorn der geringstenPflanze könnte sie denn jemals meiner und der Meinigenwergessen? Warum quäle ich mich doch zuweilen mit heimlichenSorgen um die Zukunft? Warum wird doch meine ZuversichtLuf die Alles ernährende Vaterhuld Gottes wankend? Ist meineSeele weniger der Obsorge ihres Schöpfers würdig, als dasDeine Samenkorn der Feldblume? Wird er jemals meiner ver-gessen, da er auch des Geringsten nicht vergißt, was er einmalerschaffen hat?

Jedes Samenkorn, es sei auch noch ss klein, ist merk-würdig durch seine Beschaffenheit. Es besteht aus einem weißen,Mehlartigen Kern, uns aus einer Schale, die den Kern über-sieht, um ihn zu schützen. Außer der groben, äußern, bärtern