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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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muthungcn über die Beschaffenheit des zukünftigen Daseins.Die Verschiedenheit der Religiönsarten ist unabänderlich, wiedie Verschiedenheit der menschlichen Naturen.

Welche aber ist nun von allen Arten der auf Erden vor-handenen Religionen die beste?

Diese Frage ist schon oft aufgeworfen worden zwischen denGlaubensparteien, und gab zu großem Streit Anlaß. Dennweil jede Partei bewies, daß ihre Ueberzeugung die wahrsteund beseligendste sei, und daß sie in der Meinung der Gegen-partei Jrrlhum und nirgends Gcmüthsberuhigung fände, sowar nie an Vereinbarung der Gesinnungen zu denken. Dochw-ard mit solchem Streit zugleich eben so oft bewiesen, daß nichtjede Glaubensart für jeden Menschen gleich einleuchtend, gleichwohlthuend und paffend sei; daß mithin für verschiedene Völkerverschiedene Glaubensartcn sein müssen, und daß diejenige Re-ligion für Jeden die beste sei, die seinem Wahrheitssinn ammeisten entspricht, und ihn im Gemüth am meisten beseliget.Darum kann die Glaubensart und Vorstellungsweise des Kindesnicht die eines Mannes, und die Glaubensweise eines rohen,gedankenarmen Wilden nicht diejenige eines helldenkenden, er-fahrungsreichen Menschen sein.

Weil aber die Vorstellungen und Einsichten des Mannesund des Weisen offenbar edler sind und wahrer, als diejenigeneines unmündigen Kindes, oder eines rohen Wilden, so folgt,daß auch die Religion desjenigen edler und wahrer sein müsse,welcher weiser ist, als alle übrigen Menschen sind.

Wer nun endlich aber ist der weiseste von allen Sterb-lichen je gewesen? Woran soll ich seine höhere Weisheit erkennen,oder woher wissen, daß seine Lehre die edelste von allen sei?Ohne Zweifel muß sich dies aus den Wirkungen der Lehreergeben. Viele sind gekommen und haben Religionen gestiftet,oder abgeändert. Jesus Christus wies das Menschengeschlechtan, wie es dieselben würdigen müsse, und gab den unfehlbarenMaßstab. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen! sprach er.Kann man auch Trauben lesen von Dornen, oder Feigen vonDisteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte,