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6 (1837) Gott in der Natur
Entstehung
Seite
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irdischen Naturen mitzutheilen. Aber daß Geister nicht auchauf andere Geister noch ferner wirken und sich ihnen auch ohneVermittelung des irdischen Wunders mittheilen könnten: wermöchte dies bezweifeln?

Wer hat die unendliche Schöpfungskraft des allmächtigenGottes ermessen? So wie der irdische Leib in vielen Dingenden Geist lähmt und seine Fessel wird, so ist auch die Sprachefür diesen nur ein mühsames, schwerfälliges, unvollkommenesMittel gewesen, seine innern schnellen Bewegungen darzustellen.Das Bessere und Vollkommnere bleibt ihm in der Freiheit undVerklärung Vorbehalten.

Tie Sprache ist aber zugleich durch die natürliche Schwer-fälligkeit ein herrliches Gegengewicht für die flüchtige Thtäigkeitdes Geistes; dieser fühlt sich gezwungen, fester und länger voreinzelnen Gegenständen zu weilen. Er wird eben dadurch tieferin Erkenntniß derselben und sich selbst in seiner Wirklichkeitdeutlicher.

So entsteht die Pflicht des Sterblichen, höhernFleiß auf die Vervollkommnung seiner Spracheselbst zu wenden, theils um fähiger zu werden, sich andernGeistern mitzutheilen in allen Einsichten, theils um sich selbstklarer zu werden. Wer deutlich denken kann, wird sich deutlichauszufprcchen wissen; und umgekehrt, wer sich Andern verständ-lich machen kann, beweiset, er habe sich selbst verstanden unddenke in Klarheit. Wie das Wort als ein Kleid des Gedankensangesehen werden mag, so ist die Sprache im Ganzen.dasAbbild des Geistes in seinem Innern. Aus der Sprache einerNation erkennen wir alle Züge und Eigenheiten ihrer Denk-und Gemüthsart.

Wer daher mit Liebe zum Vaterlande die Tugenden undEigenthümlichkciten seines Volkes beschirmen will, der be-schirme die Sprache desselben gegen Fremdartig-keiten und gegen die Vermischung mit den SprachenandererVölker. Denn Jedem ist nur das gerecht, angemessenund wohlthucnd, was er durch sich selbst und seine eigene Natur