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nur aus wenigen Stammbuchstaben entstehen, die, je nachdemsie härter oder weicher, mehr mit der Zunge, oder mit derKehle, oder den Zähnen und Lippen ausgesprochen werden,mannigfaltige Abwechselung erleiden; da folglich der Klangeines Buchstabens ganz unmerklich in den eines andern übergeht(wie z. B. der Buchstabe b in w, v, f, pf, P): so wird uns be-greiflich, wie das gleiche Wort, wenn es von verschiedenenNationen, die unter verschiedenen Himmelsstrichen wohnen,ausgesprochen wird, zuletzt sich selber ganz unähnlich klingt. Sosind unter Völkern, welche noch heutiges Tages einerlei Sprachereden, die von einander abweichenden Mundarten, so sind ausden Mundarten der sich trennenden Urvölker endlich abweichendeund neue Sprachen entstanden.
Die Verschiedenheit in den Sprachen mußte nothwendigauch durch die Verschiedenheit der Gemüthsart der Völker be-fördert werden. Die Bewohner kalter Länder sind arbeitsamer,weil ihr Boden größer» Fleiß des Anbaues fordert; sind un-erschrockener, weil die Natur sie härter und unempfindlichermacht; ernster, bedächtiger. Die Einwohner wärmerer Gegendensind sinnlicher, heftiger, reizbarer, wankclmüthiger, den Werkender Einbildungskraft geneigter, als den Anstrengungen destiefen Nachdenkens. In heißen Himmelsstrichen, ist der Menschsch/affer, träger, unthätiger mit Körper und Geist. Alles dieswirkt auf die Sprache, auf den Gesang, auf die Betonung derWorte, auf den größern oder gcringern Wechsel der Stimmeim Reden. Nicht minder wirkt es auf die Verschiedenheit derBeschäftigungen und Gewerbe, auf das Erfinden der Hilfsmittel,sich das Leben zu verschönern; daher auch auf größere oder ge-ringere Bereicherungen der Sprache, mit neuen Ausdrücken undBezeichnungen der jedem Volke eigenen Bedürfnisse.
Endlich mußte schon die Zerstreuung der Menschen in ver-schiedene Weltgegenden, wo sie überall ganz andere Erschei-nungen der Natur, andere Pflanzen, andere Thiere, andereGefahren, andere Bedürfnisse fanden, große Veränderungenin ihren Sprachen Hervorbringen. So wichen die Zungen immermehr von einander ab. Die ewigen Kriege, die ungeheuer»