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oft übt, werden durch die Uebung stärker, als diejenigen, welcheman weniger anstrengt. Darum ist bei Menschen z. B., welchedie rechte Hand häufiger anwcnden, a!s die linke, jene zuweilengrößer, aber immer stärker und kräftiger, als diese. So ist es beiallen innern Theilen des menschlichen Körpers, die öfter alsandere geübt werden. So ist es bei allen Neigungen und Kräftender Seele, die öfter als andere gereizt und ungewandt werden.
So'che Eigenheiten des innern Körpers pflegen sich vonAeltern auf Kinder zu vererben, gle chwie sich gewisse Eigen-heiten der Pflanze auf alle diejenigen Pflanzen fortsetzen, die vonihr abstammen. Schwächliche Aeltern haben selten starke Kinder.Menschen, die ihre edelste Lebenskraft in Wollüsten verschmelzt,oder damit ihr Geblüt vergiftet haben, pflanzen ihre Gebrechlich-keit auf die beklagenswerthe Nachkommenschaft fort, und hinter-lassen den Geistern ihrerKinver unvollkommene Werkzeuge. Dahersieht man in vielen Familien gewisse Krankheiten, Schwächen,Neigungen und verderbliche Anlagen erblich werden. So wirddie Neigung zu gewissen Fehlern fortgepflanzt von Geschlecht zuGeschlecht. — Diese durch die Fortpflanzung begründete undverstärkte Herrschaft der Sinnlichkeit ist die Erbsünde.
Als die Ersten des Menschengeschlechts einmal, durch denSinnenreiz verführt, das Göttliche in ihnen vergessen hatten,- sanken sie in immer größer« Widerspruch mit sich selbst. DasBeispiel ihrer Schwächen wirkte auf die Nachkommenden. DieNeigung zur Sünde, fehlerhafte Anlagen, das Vorherrschen ein-zelner thierischer Triebe ward erblich. Durch Adams Fall kamdie Sünde in die Welt, wie noch heute durch lasterhafte AelternNeigung zu gewissen Lastern weiter vererbt werden jkann.
Wie wichtig ist es also vor allen Dingen jedem Vater, jederMutter, auf sich selbst zu achten, daß sie nicht durch sündhafteGewohnheiten und Neigungen ihren eigenen Körper, ihre eigeneSeele zerrütten und krankhaft machen, damit sie diesen krank-haften innern Zustand, diese Neigung zur WoTust, zum Jäh-zorn, zur Schlemmerei und zu andern Urbcln nicht zur un-glücklichen Erbschaft ihrer Kinder mach n l Wie wichtig ist cs,daß sie vor allen andern Dingen für die körperliche Gesund-