zu uns? O wie erhabenere Geister, als unS, mag auf Weltrkörpern, die wir nie, auch nicht einmal als matte Sterne er-kennen, dein Licht begrüßt haben! Wohin eilst du nun wieder,großes, das unermeßliche Weltall durchschiffendes Gestirn?Wenn dich denkende Wesen bewohnen, mit welchem Entzückenmögen sie die Offenbarungen Gottes auf der wunderbaren Reisedurch die mit Sternen und Flammen bcsäeten Himmelsflurenanstaunen! O wie unendlich größer erscheint und verkündet sichihnen die Allmacht des Schöpfers!
So dachte der Weise, und seine Seele sank voller Andachtund Demuth nieder in den Staub, und betete die Majestät desUnendlichen, des Unbegreiflichen an: Wenn ich den Himmelanfthe, Deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, dieDu, o mein Gott, bereitet hast: was ist der Mensch, daß Dusein gedenkest, und das Menschenkind, daß Du Dich seinerannimmst?
Aber mit Trauern hörte man schon blödsinnige Urtheileund Besorgnisse wegen Erscheinung eines Kometen. Viele blick-ten hinauf, ohne mehr dabei zu empfinden, als ein dumpfesgedankenloses Staunen, wie sie bei jeder ungewohnten Erschei-nung zu empfinden pflegen. Kaum mochte ihre träge Neugiererweckt werden, über die Natur und Einrichtung der himmlischenOrdnungen weiter nachzuforschen. Mit Leichtsinn oder dumpferGleichgültigkeit gingen sie vorüber, wie das Thier vor der pracht-vollsten Blüthe des Feldes. Das ganze flammende Weltgestirndort oben war nicht fähig, einen erhabenen Gedanken in ihremGeiste zu entzünden, oder ihre Seele näher zur Betrachtungund Verehrung Gottes zu ziehen. Umsonst entfaltete ihnen derSchöpfer eins der neuen Wunder seiner Schöpfung: sie gingendahin; ihr Blick haftete lieber am Staub der Erde, an Kleinig-keiten ihrer Ergötzungen. Sie waren es, von denen die heiligeSchrift sagt: „Sie haben Augen und sehen nicht; sie habenOhren und hören nicht."
Dies ist der betrübende Beweis, wie wenig noch viele Men-schen gewohnt sind, bei dem, was sie wahrnehmen, zu denken;wie gering ihnen auch das Wichtigste ist, wenn es nicht zur