nicht ganz an dir, sondern auch wohl an mancherlei Umständen.Aber wessen Hand ist cs, die diese Umstände also geordnet hat?
Ist es nicht die Hand der höchsten Weisheit gewesen?
Du hast noch jetzt in deinem Herzen manchen verborgenen,manchen laut geäußerten Wunsch. Du hast die Plane dazu ^entworfen. Du denkst daran, schon vielleicht morgen Hand andie Ausführung zu legen. Wie? gaben dir deine bisherigenErfahrungen alle noch nicht Weisheit genug, zu denken, daßdas Gelingen oder Mißlingen dieser neuen Entwürfe wieder vondem abhängt, der das Schicksal des Weltganzcn anordnet?daß Lu durch eigene Kraft Nichts allein vermagst? Wie kommtes nun, daß du dich mit dem erhabenen Urheber der Verhäng-nisse nicht näher vereinst? daß du dich nicht vertrauensvoll ihmim Gebete weihst? Dieses Vereinen der Seele mit ihrem Gotterfüllt sie jedesmal mit höherm Muthe> und veredelt selbstunsere Entwürfe und Wünsche. Denn wir können uns demAller heiligsten nicht ganz und voll kindlicher Zuversicht nahen,können ihm nicht unsere Wünsche vorlegen, ohne alles Unheilige, iUngerechte, Unnütze, wie Eitelkeit, Hochmuth, Habsucht, Neid, !schwindelnde Dinge, daraus zu entfernen. Indem wir nun vorGottes Augen das Verächtliche in diesen Entwürfen selbst ver-achten lernen, werden wir nichts als das Gute darin beibehalten,und mit desto größerer Freudigkeit an ihre Vollziehung gehen.
Es wird das Vertrauen auf Gott uns innigst durchdrungen,und unsere ganze Zufriedenheit wird nicht bei jeder neuen Unter-nehmung aufs Spiel gesetzt werden, weil wir wissen, daß dasunser Wohl ist, was Gott beschlossen hat.
Gewöhnlich macht uns die Abendstunde furchtsamer, schüch-terner in allen Handlungen und Gedanken; wir sind bangerund verzagter beim Anblick unserer Unternehmungen. Wir sehenmehr Unannehmlichkeit und Gefahr voraus, als am Tage selbst.Dies rührt meistens und fast überall theils aus der natürlichenBehutsamen her, nl'ss wer m oer nächtlichen Zeit Alles
zu behandeln pflegen, wo wir uns auf unsere Sinne nicht ganzverlassen können; theils aus der Erschlaffung und Entkräftungunsers Leibes, und der allgemeinen Abspannung, in welcher wirun.L nach den Anstrengungen des Tages befinden.