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6 (1837) Gott in der Natur
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Gute vernichtet, was noch hin und wieder dadurch in einzelnenHerzen erreicht werden konnte. Der Leichtsinn und die Vergessen-heit des göttlichen Gebers ist damit befördert, und der Mensch,welcher die ganze Woche nie durch das Beispiel anderer Menschenan Gort erinnert wird, gewöhnt sich leicht, seiner nie zu gedenken.

Die alten Aegypter pflegten bei ihren fröhlichsten Gast-mählern die cinbalsamirten Leichname der Vorfahren an denG -stiti vorüberzulragen, um sie an Mäßigkeit im Genüsse derFreude, um sie an ihre eigene Sterblichkeit, an den Wechselaller Oinge»zu erinnern. Warum sollten Christen nicht bei ihrenGastmählern, und so oft sie sich mit den Ihrigen versammeln,den Segen Gottes zu genießen, an die Pflichten der Dan^barkeit gegen den großen Allversorger gemahnt werden?

Ehe Jesus Christus, wenn er mit seinen Jüngern zuTische saß, das Brod nahm und für sie brach, dankte erGott. Warum sollten die, welche Christi Namen führen, undseine Nachfolger heißen, Jesu ehrwürdige Uebung tadclhaftfinden und verwerfen wollen? Sind wir besser und edler, alsder edelste unter den Sterblichen, oder weiser, als der Weisestederer, die jemals im Staub der Erde wandelten?

Auch nur das leise Gebet vor dem Genüsse der Speisen,auch nur die betende, ehrwürdige Stellung der Hausgenossen,die feierü'chc Stille, welche für einige Augenblicke eintn'tt, ver-anlaßt manchen Einzelnen, seine Gedanken voller Erkenntlich-keit auf den Schöpfer alles Lebensgenusses hinzuwerfen; diesesEhrerbietung einflößende Aeußerc, diese Stille, diese kurzeFcieelichkeir wirkt mehr oder weniger denn doch bald auf dieses,bald auf jenes Gcmüth, und führt es heute oder morgen mitder Erinnerung an den göttlichen Wohlthäter zusammen.Warum venverfet ihr das leichte und schöne Mittel zur Be-.dsrung und Bewahrung religiösen Sinnes? Ist cs euchunnütz, wisset ihr denn, was Andere dabei empfinden können?Seid ihr nicht auch Andern eure Aufmerksamkeit, eure Achtungschuldig?

Lmrt hergesprochene, lange Gebctsformeln nach dem Esscn^die alle Tage dir. gewöhn icher. sind, ermüden freilich, gewähren