Hiob 38/ 7.
Daß sic ihm danken müsst/Verhüllt Gott seine WeltZn güt'ge Finsternisse/
Wie in ein stch'reS Zell.
Zu neuer Kraft genesenDrängt dann/ im frohen Chor/Verjüngt Ach jedes WesenAns Morgcnlicht hervor.
Wie herrlich ist die Erde:
An jedem Morgen sprichtDer Herr ein neues „Werde!"Und es wird wieder Licht.
Ä)ie in den verschiedenen Zeiten des Jahres, hat der Schöpferauch selbst jeder besondern Tageszeit eigene Reize und Schön-heiten gegeben. Ich bemerke dies täglich, sogar mitten untermeinen Beschäftigungen, im Getümmel meiner Arbeiten.
Wie ganz andere Empfindungen durchströmen mich amMorgen, wenn ich vom wohlthätigen Schlummer erquickthervortrete, die Meinigcn wieder begrüße, und das rege Lebenwahrnehme, mit dem Alles seine Tagesgeschäfte beginnt; —wie verschieden von jenen heitern Gefühlen sind diejenigen,welche mich des Abends durchdringen, wenn sich Alles nachStille und Ruhe zurücksehnt, wenn meine Glieder ermattetsind, und Himmel und Erde in Dämmerung und Finsternißzurücksinken! Oder wie anders erscheint mir die Welt, wennsie im Hellen Glanz des Mittags schimmert, und alles Lebengleichsam die höchste Stufe der Thätigkeit erreicht hat; wie ganzanders, wenn ich in der dunkeln Mitternachtsstunde wach bin,und das Schweigen des Todes und die Finsterniß des Grabesmich zu umringen scheint.
Ja, die Verschiedenheit der Tageszeiten wirkt so mächtig aufjeden Sterblichen, daß er ein ganz anderer Mensch am Morgen,