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Ich sehe in der langen und unermeßlichen Kette der ge-schaffenen Dinge eine bezaubernde Mannigfaltigkeit und einallmäliges Forlschreiten vom Unvollkommenen zum Bessern,vom Bessern zum Vollkommener»; vom Vollkommener» zumVollkommensten. Diese Kette umschlingt alle Wesen, und die, entferntesten Wesen hängen als Glieder an ihr. Sie ruht aufder bunten Oberfläche des Erdballs, geht durch die Tiefen desMeeres, sinkt bis in die Eingeweide unfers Weltkörpcrs; siesteigt hinauf durch die Lüfte und Wolken, dringt in die endlosenhimmlischen Räume, und verschwindet unftrm Blick in den Un-geheuern Fernen, wovon nur noch einzelne Glieder als mattschimmernde Gestirne hernieder funkeln.
Dies ist die wahre Himmelsleiter der Schöpfung,wo sich von Stufe zu Stufe die Vollkommenheiten vermehren,vom Staube, der unfern Fuß umspielt, bis zum Seraph, derdurch die verklärtere Ewigkeit wandelt.
Und diese Stufen — so niedrig und arm ist der Mensch, daßseine Sprache ihre Zahl, nicht ausdrücken kann! — Noch kennenwir nicht alle Arten von Pflanzen, die auf Erden wachsen, unddoch kennen wir schon mehr denn zwanzigtausend Arten, alsozwanzigtausend Sprossen in der irdischen Schöpfungsleiter. Undunter diesen Pflanzen ist vielleicht keine, die nicht eine odermehrere Arten von Thieren ernährt. Die Thiere, oft bis zurUnsichtbarkeit klein, wohnen auf oder in ihnen, und dienenandern wieder zur Nahrung. Es sind eben so viel kleine Welten,die wieder andere kleine Welten in sich schließen.
Ein Reich dunkeler Kräfte, deren Wirkungen wir mit Er-staunen wahrnehmen, verbindet die Urstoffe alles Irdischen. Soentstehen Wesen und Wesen. Sie verwittern, sic verwelken, sie^sterben, verschwinden, und ihre Thcile gehen als Urstoffe inneue Verbindungen, in neue Gestalten über. Könnte unser Augeerleuchtet das dunkle Gebiet jener nach ewigen Gesetzen wirken-den Kräfte anschauen: es würde der Schleier von einer ganzneuen Welt aufgezogen werden; die ganze Natur, dann gleich-sam durchsichtig geworden, würde uns keins ihrer Geheimnissemehr verbergen. Hier würden wir sehen, wie in den finstern