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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
281
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Von der Frucht Ln der Gebährmmrer. 28 r

Was den Grund anbelangt, daß die Entbindung derWeiber zu der gewöhnlichen Zeit erfolgt, so hat man den an-gegeben , daß zu der Zeit der Kopf des Kindes anfange speci-fisch schwerer als der übrige Körper zu werden, und also inder Flüssigkeit in der er sich befindet, zu unterst sinken müsse,wodurch das Kind niederwärts strebt (strudle) und so dieGeburtswehen erregt. Es ist aber nicht wahr, daß der Kopfzu der Zeit seine specifische Schwere ändert; und wenn er esthäte, so ist doch selten in dein Schaafhäutchen Flüssigkeitgenug, als daß diese Wirkung erfolgen könnte; und überdießkönnte dieß nur in einer gewissen Lage geschehen wie cs sollte,immer aber unrecht bey Thieren.

Viertes Kapitel.

Von dem Auge.

^/a die Gestalt, Lage und der Nutzen der Augen, wie auchder Augenbraunen, Augenwimpern und Augenlider-/ hin-länglich bekannt sind, so brauche ich nur zu beschreiben; wasman gewöhnlich bey der Zergliederung sieht. Die Augen-höhle (Orbits) oder die Höhle in der das Auge enthalten ist,ist an allen Stellen, wo sie mit keinen andern Theilen bedecktist, mit einem lockern Fett ausgesüllt, welches ein für denAufenthalt des Auges schickliches Medium ist, und ihm zueiner Pfanne dient in der es sich bewegen kann. An demobern und äußern Theil der Augenhöhle sitzt die Thränendrüse(Olsncllilii Iscr^msliz). Ihr Nutzen ist, zu allen Zeiten einehinlängliche Menge Wasser zum Abw- schen des Staubes,und zur Befeuchtung der Oberfläche des Auges zu liefern, ohnewelches sonst die Hornhaut weniger durchsichtig seyn, und die

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