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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
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280
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280 Drittes Rapirel.

zergliedert, und dieß Loch verschlossen gefunden; die großenBlutadern aber waren verhältnißmäßig zur Größe des Thie-res außerordertlich groß, woraus ich muthmaßte, daß wäh-rend sie sich unter dem Wasser aufhielten, ihr Blut sich inden Blutadern anhäufte, und so die Lungen der Zusammen-drückung durch das Blut entgiengen; diese Muthmaßungschien mir um so wahrscheinlicher, da alle diese Thiere diekürzeste Zeit unter dem Wasser verbleiben können, wenn ihrBlut durch Hitze am stärksten ausgedehnt ist. Bey Zerglie-derung einer Fischotter aber, deren eyförmigeS Loch gleichfallsverschlossen war, fand ich die Blutadern nicht von denen an-derer Thiere verschieden. In einer Wasserschildkröte, die ichGelegenheit hatte, mit dem geschickten und unermüdeten Zer- jgliederet D. Douglas, zu untersuchen, fand ich die beiden iHerzkammern, nur zur Hälfte durch eine Scheidewand ge- jtheilt, und in dem Anfang der Lungenschlagader verschiedenestarke muökelartige Ringe, die sich in geringer Entfernung 'von einander befanden, und von denen jeder durch Zusammen- -Ziehung im Stande seyn mochte, wenn sie unter Wasser wa- ?ren, einem Theil des Bluts zu widerstehen, welches sonst in dieLungen würde gestoßen worden seyn, und dieses so aufgehal- itene Blut muß nothwendig in die Aorta strömen, da die ^zwey Herzkammern auf gewisse Art nur eine gemeinschaftliche !ausmachen, wenn sie sich aber außer dem Wasser befinden, ^so wird diese Geineinschaft der Herzkammern nur wenig Ver- ^Mischung des Bluts welches in sie einsließt, veranlassen, weilin gleichen Zeiten jede Herzkammer dieselbe Menge Blut er- >hält, und wieder ausleert, wodurch sie sich also das Gleich- 'gewicht halten, welches einer Vermischung sehr stark vorbeugt, jHr LNonro bemerkt, daß die Wasserschildkröte sehr große §Lungen hat, die aus weit größern Bläschen als die der Land-thisre bestehen, und eine weit größere Menge Luft aufnehmen,um das gewisse Etwas, was so nothwendig zur Erhaltung desthierischen Lebens ist, zu liefern. Dasselbe habe habe ichauch in Fröschen beobachtet.

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