266 Zweites Rapitel.
Weibern beym Beyschlaf, so wie die Eichel bey Mannsper-sonen ist.
Ein wenig unter dem Kitzler, gerade in der Mutter«scheide, ist der Ausgang des Harngangs.
Die Murrersiheide, (VsZing) befindet sich zwischender Harnblase und dem Mastdarm. Ihr Gewebe ist häutigund ihre Oeffnung wird durch einen Schließmuskel (s. obenkiul'culux 8p!iin<Ier vgAi'noe) verengert, der Hintere Theilüber ist weit genug, das männliche Glied, ohne sich zu er-weitern, aufzunehmen. Nahe am Anfang der Mutterscheide,unmittelbar hinter der Oeffnung des Harngangcs, findet manin Kindern beständig eine Klappe welche das Hymen (bymen)genannt wird, welche, da sie gegen die Oeffnung der Mut-kerscheide gerichtet ist, dieselbe zuschließt; so wie die Kinderaber größer werden, und der Schließemuskel der Mutter-scheide stark genug wird, die Oeffnung der Mutterscheide zu-sammen zu ziehen und zu verschließen, so wird auch dieseKlappe unnütz, hört also auf zu wachsen und ist dann unterdem Nahmen der myrtenförmigen Wärzchen (Lsrunculsenixrkis-ormex) bekannt *). Es sind Beyspiele wiewohl we-nige bekannt, daß die Ränder dieser Klappe zusammen ge-wachsen und völlig ohne Oeffnung geblieben sind, so daß mangenöthiget gewesen sie durch einen Schnitt zu trennen, umder monatlichen Reinigung einen Ausstuß zu verschaffen. Derinnere Theil der Mutterscheide ist runzlicht und diese Runzelnsind am stärksten in unverheyratheten, am schwächsten aberin denen die viele Kinder gehabt haben. Unter diesen Run-zeln
*) Noch kennt man keinen physischen Nutzen des Hymens,und es ist bloß ein Zeichen der unverletzten Jungfrau-schaft, es verliert sich nicht so von selbst, wie der Verfas-ser annimt, sondern muß immer durch irgend eine Ge-walt zerrissen werden, dann erst gehen die Uebcrreste indie myrtenförmigen Wärzchen über. Man hat es nochin spätem Alter unversehrt gefunden.