L; 8 Erstes Rckpirel.
zuweilen die Darme mit herabsteigen. Die andere eigen-rhümliche Haut ist die weiße Haur (Albugines) , welchesehr stark ist und den Hoden unmittelbar umschließt. DieHoden einer Ratze können in besondere Gefäße aus einandergewickelt werden; und der Vau der Hoden anderer Thierescheint derselbe zu seyn, ihre Gefäße aber sind zu zart oderhängen zu fest zusammen als daß man sie so trennen könnte.Die Hoden bekommen jeder eine Schlagader von der Aorta,die etwas tiefer als die Nierenschlagadern entspringt, und sichdadurch von allen andern Schlagadern unterscheidet, daß siean ihrem Anfang dünn ist und auf ihrem Laufe sich erweitert,damit die Schnelligkeit des Bluts zur Absonderung einer soklebrigen Feuchtigkeit als der Saamen ist, hinlänglich ge-mäßiget würde. Die Blutader des rechten Hodens eröffnetsich in die Hohlader, die des linken aber in die Nierenbluta-der derselben Seite, beide aus der Ursache weil dieß der kür-zeste Lauf ist, und weil, wie die Schriftsteller sagen, die linke tSaamenblutader wenn sie über die Aorta zur Hohlader hättegehen müssen, durch das Pulsiren derselben würde verstopftworden seyn.
Ein Mann den ich vor einigen Jahren castrirte, derzu viel seiner Entschlossenheit zutraute > und bey der Opera-tion niemanden ihn zu halten, als meinen Gehülsen gegen-wärtig haben wollte, bewegte sich während der Operation soviel, daß die Unterbindung, welche alle Gefäße nebst derScheidenhaut faßte, herunter glitt, und nur die Scheiden-haut über dem Ende der Gefäße unterband; als ich dieß nachder Operation gewahr wurde, schnitt ich die Unterbindung ldurch, nahm das ausgetretene Blut weg, und unterband dieSchlagader allein, welches sehr wenig Schmerzen verur-sachte, und in Zeit von einer Woche sich absonderte, als hier-auf die Wunde geheftet wurde, heilte sie in Zeit von fünfWochen vollkommen, obgleich der Hode ein Pfund wog; alsoin kürzerer Zeit, als zuweilen zur bloßen Absonderung derUnterbindung, wenn die Scheidenhaut und alle Gefäße mit
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