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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
255
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Von den Werkzeugen der Haenabsondcrung. rc. 255

mit Eiter vermischt, erregen in gewissem Grade dis Zufälledes Steins, und nöthigen den Menschen den Harn auszulee--^ ren. Zuweilen erregt viel Eiker das aus den Nieren kommt,

, heftige Zufälle, und da man dieß im Harn findet, und dis

! Schmerzen, da die Nieren nichtvielEmpfindung haben, nur

- in der Blase gefühlt werden, so schreibt man dieß gewöhn-

! lich Geschwüren in der Harnblase zu, wovon ich aber in der

I großen Anzahl Körper die diesen Zufall hatten, und die ich

! nach ihrem Tode geöffnet habe, nie ein Beyspiel gessnden

! habe. Die Blase geht in der That zuweilen in Eiterung, da

l aber dadurch die innere-Haut zum Theil zerstört wird, so dch-

nen sich die andern nun aus, werden auch vom Eiter ange-fressen bis der Harn durchbricht, sich in das Zellengewebe desBauchfells ergießt, und den Tod auf eine höchst erbärmliche! Art verursacht. Dieser Fall ist in Mannspersonen sehr sel-> ken, und noch weit seltner im weiblichen Geschlecht. Ich habe^ gesehen, daß krebsartige Geschwüre dis Blase in die Gebähr-! mutter geöffnet haben, ich glaube aber, daß diese Geschwürewohl ursprünglich in der Gebährmutter entstanden waren.

^ Bey allen diesen Fällen sind Zufälle wie beym Stein; undnicht allein diese, sondern alle Krankheiten der Gebährmuk-j tcr die auf die Blase wirken, ja sogar Eitersammlungen und^ Geschwülste die auf die Blase drücken, erregen alle Zufälle! des Steins, ausgenommen nicht den fruchtlosen Drang zuinStuhlgang zu der Zeit wenn sie den Urin lassen. EinigeZergliederer, die nicht überlegten, wie schnell Flüssigkeiten-aus dem Magen, wenn sie nicht durch Vermischung mit^ festen Theilen darinn Zurück gehalten werden, ins Blut über-! gehen können, wie die Wirkung vom Trinken geistiger Ge-tränke, oder von kaudanum, oder das Trinken ohne zu essenwenn wir erhitzt sind, hinlänglich zeigt: die ferner nicht inErwägung zogen die Kürze des Weges von dem Magen znden Nieren durch das Blut, nebst der Größe der Nieren-schlagadern , und der schnellen Bewegung des Bluts in den-selben, haben geglaubt und behauptet, daß noch ein unmit-telbarerer Weg vom Magen oder den Gedärmen zur Blase