Druckschrift 
W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
158
Einzelbild herunterladen
 

rs8 Fünfers Rapirel. Von dek Lebek,

Mahlzeit seyn; rechnet man hierzu noch sechs Unzen Spei-chel, welches, wie ich glaube, nach dem was ich in dem Ka-pitel von den Speicheldrüsen gesagt habe, ein mäßiger An-schlag scheinen wird; und nimt man an, daß die Gekröödrüse(pgucrsss ' in derselben Zeit drey Unzen absondert, so werdendrey und dreyßig Unzen Flüssigkeit zur Verdauung einer ein-zigen Mahlzeit abgesondert; und damit diese nothwendigenFlüssigkeiten nicht in solcher Menge verbraucht würden, so ge-hen sie mit dem Chylus ins Blut, und können leicht wiederaus demselben zum gleichen Gebrauch abgesondert werden;und es ist sehr wahrscheinlich, daß ein Theil der nahmlichenGalle, mehr als einmahl, zur Verdauung eines Theils der-selben Mahlzeit, könne angcwendet werden; und da die Le-ber alle andere Drüsen des Körpers an Größe überkrifft, undihr 'Ausführungsgang sich in den Zwölffingerdarm öffnet, soscheint sie mir weit fähiger zu seyn, die starken Absonderun-gen aus dem Blut zu machen, welche durch Abführungsmit-tel bewirkt werden, als die kaum sichtbaren Drüsen der Ge-därme. Die Leber wiegt, in einem Mann von mittlererStatur, gemeiniglich gegen drey Pfund und zwölf Unzen,die Gekröödrüse drey, und die Milz vierzehn Unzen. Ichhabe eine kranke Leber von einem Mann gesehen, die vierzehnPfund und vier Unzen wog, und in einem Knaben von neunJahren, der an der Wassersucht starb, wog die ganz mitWasserblasen besetzte Leber sieben Pfund und drey Loth, ob-gleich mehrere Maaß Wasser vorher ausgezapst worden. DieMilz desselben Knabens, wog mit den in ihrer Membran ent-haltenen Wasserblasen drey Pfund. In einem Mann fandich eine kranke Milz die fünf Pfund zwey Unzen wog; undin einem alten Mann von sechs Fuß Höhe, fand ich eine ge-sunde Leber die nicht mehr als acht und zwanzig Unzen unddie Milz zehn Unzen wog; und in einein Mann der von ei-ner Wassersucht geheilt worden, fand ich einen sehr dichtenPolypen der beyuahe die dicken Aeste der Pfortader in der Le-ber ausfüllte, und einen Stein größer als eine Muscatennußzwischen der Leber und der Gallenblase.

Die