6r Erstes AüpLcel.
wo Stärke, noch langfasrichke Muskeln wo Geschwindigkeiterfordert wird; denn >vas auch durch die Gestalt eines Mus-kels gewonnen wird, es mag nun Kraft oder Geschwindig-keit seyn, muß wieder durch ihre Anheftungen an die Kno-chen verloren gehen, oder die Muskeln müssen nicht ihrevolle Wirkung thun, oder die Knochen weniger Bewegungerhalten, als ihre Bestimmung ist.
In den äußern Gliedmaßen gehen verschiedene Muskelnüber zwey Gelenke, die beide zugleich beweglich sind, undzwar mit einer Kraft die in Verhältniß sieht mit den Hebelndurch welche diese Muskeln in jeden: Gelenk wirken' wennaber eines dieser Gelenke durch einen Antagonisten fest ge-halten wird, so äußern solche Muskeln ihre ganze Kraft indem andern Gelenk, welches jetzt mit einer Geschwindigkeitbewegt werden kann, die gleich ist der in beiden Gelenkenzusammen genommen, wenn diese Muskeln auf beide zugleichwirken. Dieser Mechanismus ist in den äußern Gliedmaßenvon großem Vortheil, wie ich am gehörigen Ort zeigen werde.
Wir nennen dasjenige den eigentlichen Nutzen und Wir-kung eines Muskels, was er ohne den nothwendigcn Be-stand eines andern Muskels verrichtet, und was das bey ei-nem Muskel der ein Gelenk bewegt sey, können wir allezeit,in welcher Lage und mit welcher Kraft er auch wirke, untersonst gleichen Umständen, erfahren, wenn wir eine Linieaus dem Mittelpunkt der Bewegung des Gelenks welcheser bewegt, senkrecht auf die Axe des Muskels fallen lassen; ineinem Gelenk aber, in dem nur Beugung und Ausstreckungstatt hat, muß diese Linie zugleich auch auf der Axe der Be-wegung des Gelenks senkrecht seyn, die Wirkung des Mus-kels wird nun in der Richtung der senkrechten Linie seyn, unddie Kraft mit der er, unter sonst gleichen Umständen, in je-der Lage wirkt, wird sich verhalten wie die Länge dieser senk-rechten Linie.
Jeder Muskel ist, soweit als er abgesondert ist, undan einem Theile bewegt wird, mit einer glatten Membran
beklei-