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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
60
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Erstes Rapr'tel.

niger Last heben, was er nicht bemerkt hat; es müßte alsonicht ein solcher Faden, sondern zehntausend angewen-det werden, um dieselbe Wirkung zu thun die die eineBlase gethan haben würde, und nun würde das Anschwelleneben so stark seyn. Wenn das nicht wäre, so wäre es leichtzu zeigen wie man ein Perpetuum mobile säst aus jeder Kraftmachen könnte.

Es gibt zweyerley Arten von Muskeln, gradlinichtenahmlich und peimskos. Der ersteren ihreFasern laufen bey-nahe parallel, in derselben oder doch beynahe in gleicher Rich-tung mit der Axe des Muskels; dis letztem aber vereinigenihre Fasern in einer schiefen Richtung, in eine Sehne die inoder nahe bey, oder an der Außenseite derApe läuft.

Die gradlinichten Muskeln sind, wenn ihr Ursprungund Anheftung nicht weit aus einander liegen, nie von be-trächtlicher Dicke, wenn sie aber sehr lang sind so sind sieauch dick, denn sonst würden die äußern Fasern die innern zu-sammendrücken, und sie beynahe unbrauchbar machen; unddeswegen sind an jedem gradlinichten Muskel, dessen-innereFasern von den äußern zusammengedrückt werden, die innernFasern länger als die äußern, damit sie einer gleichförmigenAusammenziehung fähig würden.

Die mulculi pennst! haben, obgleich sie gewissermaßenvon der Unbequemlichkeit daß eine Faser die andere zusam-mendrückt, srey sind, und wegen der schrägen Richtung ih-rer Fasern, das Moment ihrer Kräfte um nichts vermindertist; (denn in allen Fällen ist die vermehrte Geschwindigkeitder Bewegungen der schrägen Fasern mit der größer» Lastwelche die gradlinichten heben können, in völlig gleichem Ver-hältnis; , wodurch die Momente ihrer Kräfte gleich werden,so daß in dem Bau der thicrischen, wie in allen mechanischenMaschinen, was auf der einen Seite an Stärke gewonnenwird, auf der andern an Geschwindigkeit verlohren geht, undumgekehrt,) doch, da ihreFasern indem sie sich zusammen-