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Erstes Kapitel.
Einleitung zur Abhandlung von den Muskeln.
Zr-'ie Muskeln sind bewegende Kräfte, deren Verrichtungist, die verschiedenen Bewegungen des Körpers zu verrich-ten ; welches sie thun indem sie durch Zusammenziehen ihreLänge verkürzen, und dadurch die Theile an denen sie festsitzennäher an einander bringen. Der unbewegliche oder am we-nigsten bewegliche Theil an dem ein Muskel sitzt, wird ge-wöhnlich sein Ursprung genannt, und der andere seine An-heftung (inlertio); aber bey Muskeln deren Enden gleich,mäßig zur Bewegung bestimmt sind, kann man beides ent-weder Ursprung oder Anheftung nennen.
Jeder Muskel besteht aus einer Menge dünner Fasern,welche Borellus und andere für aus Blasen zusammengesetzteFaden gehalten haben; die Bewegung der Muskeln aberhaben sie aus der Ausdehnung dieser Blasen durch das Ein-strömen des Bluts und der Lebensgeister in dieselben, zu er-klären gesucht; da aber die Muskeln durch ihre Zusammen-ziehung nicht merklich dicker werden, so bedarf es keiner wei-tern Widerlegung dieser Hypothese. Ein anderer berühm-ter Schriftsteller aber glaubte, daß wenn diese Blasen sehrklein wären, die Muskeln durch ein kaum bemerkbares Auf-schwellen zusammengezogen werden könnten; denn, sagt er,gesetzt eine Blase von einer bestimmten Dicke könne eine Lasteinen Fuß hoch heben, so werden hundert Blasen, dereneiner jeden Durchmesser den hundertsten Theil von jenerbeträgt, dieselbe Wirkung haben. Aber nun wird die Kraftder Ausdehnung, und das Anschwellen aller zusammen zehn-tausend Mahl geringer seyn, und auch zehntausend Mahl we-niger