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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
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46 Sechstes Aapirel.

des dieses erregt mit der Zeit entsetzliche Schmerzen, welche,wie es mir scheint, hauptsächlich in den Bändern ihren Sitzhaben, demungeachlet was man von der Unempfindlichkeitdieser Theile gesagt hat. Wenn ein Gelenk ohne äußere Ent-zündung sehr aufgeschwollen und schmerzhaft ist, so nennt mandas gewöhnlich eine weiße Geschwulst, und zwar schicklicherso als spius veukola. Im Anfang wird sie zuweilen durchAusleerungen geheilt, wenn aber das Glied unter der Ge-schwulst schwindet, und die Finger oder Zehen desselben anihren Gelenken dünner werden, und ihre Gestalt verlieren, soist der Fall durchaus unheilbar. Zuweilen werden die En-den der Knochen angefressen, worauf sie sich vereinigen undeins Ancbzckost« machen, welche, obgleich eine üble Krank-heit für sich, doch oft ein Heilmittel einer noch schlimmemist. Auf gleiche Art vereinigen sich zuweilen die Kuschen derHände und Füße wenn sie in Eiterung versetzt sind, und wer-den dadurch vor der gänzlichen Zerstörung bewahrt. Abereinen Fall von weißer Geschwulst giebt es, der entsetzlich ist,wo der Schmerz so fürchterlich ist, daß wir gezwungen sinddas Glied abzunehmen, und dann bey der Untersuchung we-der die Bänder noch die Drüsen krank finden, noch Materieim Gelenk, noch cariöse Knochen, oder sonst einen Anscheinvon Krankheit, ausgenommen daß die Enden der Knochenetwas dicker und weicher sind.