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W. Cheselden's Anatomie des menschlichen Körpers : Mit vierzig Kupfertafeln nach Vandergucht von Riepenhausen
Entstehung
Seite
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Von den Rnorpeln, Vändern u. 1 . w. 41

lenkpfannen dieses Gelenks aus. Der Nutzen dieser Knorpelist, veränderliche Gelenkpfannen zu machen, die zu den ver-schiedenen Theilen des untern Endes des Schenkelknochenspast'en; denn nur ein runder Kops und eine runde Pfanne sindzur Bewegung geschickt, wenn nicht die Theile so eingerichtetsind daß eines oder das andere seine Gestalt verändern kann;es ist durchaus nothwendig daß das untere Ende des Schen-kelknochens ein wenig stach und rückwärts gebogen sey, umden Muskeln die die Schienbeinröhre auöstrecken, durch Ver-setzung des Mittelpunkts der Bewegung nach hinten, eine vor-theihaste Anlage zu verschaffen. Obgleich dieser Mechanis-mus zugleich die Kraft der Muskeln verringert welche das Ge-lenk beugen, so ist er doch von großem Vortheil, weil dis! ausstreckenden Muskeln das Gelenk unter der ganzen Last desKörpers bewegen, die Beugemuskeln aber die Lenden alleinheben; und da die leichteste Bewegung vermittelst runderKöpfe und Pfannen geschieht, so scheint hier für die Unbe-> guemlichkeit eines flachen Kopfes und Pfanne dadurch Ersatzgeschehen zu seyn, daß die Reibung aus zwey Oberflächenvertheilt worden, indem das Schenkelbein sich auf den be-weglichen «Aiorpeln und diese auf der Schienbeinröhre bewe-gen. Dieses Verfahren wird auch von den Mechanikern daangewendet, wo die Reibung der Glieder einer ihrer Maschi-nen sehr stark ist, so z. E. zwischen den Angeln schwererThüren, und zwischen der Schraube und Schraubemutkergroßer Pressen, wo sie gemeiniglich einen beweglichen Ringzwischen legen.

Andere Knorpel dienen dazu, gewissen Theilen ihre Ge-stalt zu geben. Von der Art sind die Knorpel an den Rän-dern der Augenlieder, die Knorpel des äußern Ohres, undl die welche den untern Theil der Nase bilden, die an diesenStellen den besondern Vortheil haben, daß sie die Theileeben so gut wie Knochen unterstützen und ihnen ihre Bildunggeben, ohne Zerbrechungen ausgesetzt zu sevn. Noch könnte! man hierher die Knorpel des Kehlkopfes rechnen, sie gehörenaber nicht eigentlich zum Gerippe.

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