§6o
Cadi'r oder Lissabon, und reichere in Amsterdam, als inLondon; und der Amsterdamer soll mit einem kleinernGewinn vorlied nehmen, als der Londoner, und vielerwiederum mir einem kleinern, als die andern bei den.Leicht gewonnen, leicht zerronnen, sagt das Sprichwort.Allenthalben scheint der gewöhnliche Aufw. nd nicht ja-wohl nach dem wirklichen Vermögen, das man verthunkann, als vielmehr nach der eingebildeten Leichttgleit,das zum Verthun bestimmte Geld zu gewümen, abge-messen zu seyn.
So ist also der einzelne Vortheil, den das Mono-pol einer einzelnen Klasse von Leuten verschafft, auf mehrals eine Weise dem allgemeinen Besten des Landes nach-»heilig.
Ein großes Reich bloß darum stiften wollen, damitman sich ein ganzes Volk von Kundleuken verschaffe —diese Absicht kann man, beym ersten Anblicke, nur einerNation, die aus lauter Krämern besieht, zutrauen. In.besten wäre ein solches Project nicht einmahl einer Na-tion von Krämern, wohl aber einer Nation angemessen,deren Regierung von Krämern geleitet wird. Nur sol-che Staatsmänner können sich einen Vortheil dabey den-ken, wenn sie, zu Gründung und Behauptung einersolchen Herrschaft, das Blut lind die Schätze ihrer Mit-bürger verschwenden. Man sage zu einem Krämer:Kauft du mir ein einträgliches Landgut, und ich will da-gegen alle meine Kleider in deinem Laden kaufen, wennich sie auch etwas theurer bezahlen muß, als ich sie in an-dern Läden bekommen kann; — und man wird den Krä-mer nicht sehr geneigt finden, diesen Vorschlag einzuge-hen. Wenn aber eine dritte Person euch ein solches Land-gut