Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
272
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Wem, dennoch ein Land, das Gold und Silber kau-fen kann, einmahl daran Mangel leider: so giebt esmehr Hülfsmittel, die Stelle zu ersetzen, als bey andernWaaren statt finden. Wenn es an dem Material fürdie Mannfactnren fehlt, so muß der Gcwerbficiß stocken.Wenn es an Lebensmirciln fehlt, so einsteht HungerS-uoth. Wenn es aber an Gelde fehlt, so kann der Tausch-handel wiewohl mir weit mehr Unbequemlichkeitan die Stelle treten. Weniger Beschwerde würde esmachen, wenn auf Credit gekeucht und verlauft würde,und die Kaufleute alle Mon. te oder zweymahl im Jahremit einander abrechneten. E:n qnr eingerichtetes Pa-piergeld würde nicht nur ohne Unbequemlichkeit, sondernin einigen Fallen sogar mit Vortheil, dieSrclle des,Gel-des ersetzen. Niemahls ist also die Einmischung derRegierung so nnnörhig, als wenn sie sich damit abgiebt,den Geldvorrath im .Lande zu erhallen oder zu ver-mehren.

Indessen ist keine Klage so allgemein, als die Kla-ge über Geldmangel. Geld kann, so wie Wein, nurda fehlen, wo die Leute keine Mittel haben, sie zu kau-fen, und keinen Credit, sie zu borgen. Wo eins vonbeyden vorhanden ist, da wird es selten an dem Gelde,oder an den. Weine, dessen man bedarf, fehlen. DieKlage über Geldmangel führen aber nicht bloß unvorsich-tige Verschwel,der? sondern sie herrscht oft in ganzenHandelsstädten und der umliegenden Gegend. Die ge-wöhnliche Ursache ist Uebermipung der Handelsgeschäfte.Sparsame Leute, derm Unternehmungen mit i-reu Ka-pitalien nicht im Verhältnisse stehen, sind eben sowohlder Gefahr ausgesetzt, daß sie kein Geld anschössen oder

borgen