Druckschrift 
2 (1799)
Entstehung
Seite
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In allen Ländern, worin das Eigenthum nur ei-mgermaßen sicher ist, wird jeder Mensch, dem es nichtan dem gemeinen Verstände fehlt, so viel als er von ge-sammelten Vorräthen in seiner Gewalt hat, zu einemvon beyden Endzwecken anwenden; entweder zu einemgegenwärtigen Genuß, oder zu einem künftigen Ge-winnst. Wendet er es zum gegenwärtigen Genuß an:so gehört es, von nun an, zu den Vorräthen, die demUnmittelbaren Verbrauche gewidmet sind. Will er esanwenden, sich auf die Zukunft einen Gewinn davon zuverschaffen: so kann dieses nur geschehen, entweder in-dem es in feinen Händen bleibt, oder indem es aus sei-ner Hand in die Hände anderer übergeht. Im erstenFalle gehört es zu dem stehenden, im andern zu demumlaufenden Kapitale. Der Mensch, der, bey mäßi-ger Sicherheit seines Eigenthums, nicht alles Vermögen,was er in seine Gewalt bekömmt, sey es eignes oder er-borgtes, auf die eine oder die andere dieser drey Artenanwendet, muß blödsinnig seyn.

Zwar in denjenigen unglücklichen Ländern, wo dieMenschen sich beständig vor Gewaltthätigkeiten von Sei-ten ihrer Obern zu fürchten haben, vergraben oder ver-bergen viele ihre gesammelten Schähe, um stets bereitzu seyn, mit denselben auswandern zu können, wenn ir-gend ein solcher Unglücksfall, dergleichen sie'so oft überihre Mitbürger einbrechen sehen, sie selbst betreffen sollte.Sein Geld zu vergraben ist, wie man sagt, in derTür-key, in Hindostan, und unter den meisten asiatischenRegierungen sehr gewöhnlich. Es war eben so gewöhn-lich unter unsern Vorfahren zur Zeit der Lehnsrcgierung.Daher wurden auch gesundem Schatze zu einem Re-

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