2 74
in ihrer Art so einzige sage haben, daß sich bey ihnendie Dinge ganz anders verhalten, und Gras viel grös-sere Renten darauf abwirft, als Getreide.
In der Nachbarschaft einer großen Stadt kommenzwey Sachen zusammen, den Werth der Gräsereyenhöher zu treiben, als der Werih des, so zu sagen, na-türlichsten Erzeugnisses angebaueter Archer, — des Ge--treides ist: — das Verlangen nach Milch - und Pserde-fukter; und der hohe Preis des Fleisches. Dieser Vor-theil ist augenscheinlich der gedachten sage eigenthümlich,und kann entfernter» Gegenden auf keine Weise mitge-theilt werden.
Einige Gegenden sind zuweilen, durch besondereUmstände, so volkreich geworden, daß ihr Gebieth,eben so wie die um eine Hauptstadt gelegnen Ländereyen,nicht hinlänglich gewesen ist, beyde Erzeugnisse, Getrei-de und Gras, in der für die Einwohner nöthigen Men-ge hervorzubringen. Sie haben sich daher größtentheilsauf die Hervorbringung von Gras deswegen eingeschränkt,weil dieses mehr Raum einnehmende Erzeugniß sichschwerer aus der Entfernung Herbeybringen läßt: —Getreide aber haben sie von ändern Gegenden einge-führt. In dieser Lage ist jetzt Holland, und ehedem,während der Blüthe des römischen Staats, scheint Ita-lien in gleicher Lage gewesen zu seyn» Eine gute Vieh-zucht, behauptete der ältere Cat», wie uns Cicero be-richtet, sey die erste und einträglichste Art der Landwitth-schaft; eine mittelmäßige Viehzucht habe den zweyten,eine schlechte den dritten Rang. Dem Ackerbaus räum-te er erst die vierte Stelle ein. In der That mußte indem um Rom gelegnen Theile des alten Italiens, dem
Ee.