Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
190
Einzelbild herunterladen
 

thun, müssen wir das andere auch thun. Sollte sichdie Meinung oder das Vorurthcil des Publikums, inAnsehung solcher Beschäftigungen, jemahls ändern: sowürde sich ihre Geldbelohnung sehr bald vermindern.Eine größere Anzahl von Menschen würde sich darauflegen: und die vermehrte Concurrenz würde den Preisihrer Arbeit herunterbringen» Viele Leute besitzen Ta.lenke dieser Art in großer Vollkommenheit, die es aberunter ihrer Würde zu seyn achte» , sie als ein Erwerbs-mittel zu gebrauchen ; und noch mehrere würden fähigseyn, sie zu erwerben, wenn sie voraus sähen, daß siemir Ehren ihren Unterhalt davon ziehen könnten.

Es ist ein von den Philosophen und Moralisten allerZeitalter bemerkter Fehler, daß die meisten Menscheneine zu hohe Meinung von ihren Fähigkeiten haben;daß sie aber eben ein so übertriebenes Zutrauen zu ihremGlücke haben, darauf ist weniger Acht gegeben worden.Gleichwohl ist dieses zu große Zutrauen beynahe noch all-gemeiner, als jene hohe Meinung. Vielleicht ist, indem Zustande der Gesundheit und bey dem Gefühle un-geschwächrer Kräfte, kein Mensch ganz frey davon. Je-der rechnet auf die Zufalls, durch die er gewinnen kann,etwas zuviel; jeder bringt die, bey denen er zu verlie-ren hätte, in zu geringen Anschlag: und von niemandenbeynahe werden die Wahrscheinlichkeiten von beyden Sei-ten richtig abgewogen.

Wie sehr die Menschen geneigt sind, sich den Zu-fall allzugüustig vorzustellen, ist daraus klar, daß Lot-terie - Unternehmungen so allgemeines Glück machen.Die Welt sahe nie eine Lotterie, und wird nie eine se-hen, wo die Hoffnung zu gewinnen, deren Wahrschein-lich-