Druckschrift 
1 (1799)
Entstehung
Seite
LXVI
Einzelbild herunterladen
 

f.XVI

rer Geistesbildung, unsere Meinungen, Sitten undAnstalten mit denen, welche unter rohen Völkerstäm-men die herrschenden sind, vergleichen: so stößt unsvon selbst die wichtige Frage aus: durch welche all-mählige Fortschritte die einfachen Aeußerungen deruncultivinen Natur zu dem gegenwärtigen Zustandeder Dinge udergiengen, der so zusammengefegt ist,und in dem so viel Kunst herrscht. Woher rührt dieregelmäßige Bildung und die systematische Anordnung,die wir in den angebaueten Sprachen bewundern?Wie entstand dieAehnlichkeit, durch welche die Spra-chen der entferntesten Rationen einander verwandt zuseyn scheinen: und wie entstanden die Eigenheiten,durch welche sich auch die ähnlichsten voll einander un-terscheiden? Welches ist der Ursprung der Künste undWissenschaften; und an welche!« Faden ist der Geistdes Menschen von seinen ersten Bersuchen zu seinenletzten und höchsten Entdeckungen geleitet worden?Wo schreibt sich der wundernsmürdige Bau der bür-gerlichen Gesellschaft her? Wie fanden sich die allge-meinen. Grundsätze, welche allen Regierungen zumGrunde'liegen; und wie bildeten sich die verschiedenenFormen, welche die Staatsverfassungen der Völkerund Zeitalter von einander absondern? Ueber die mei-sten dieser Fragen, kann uns die Geschichte keine be-friedigende Antwort geben. Denn lange zuvor, ehedie Menschen so weit in ihrer Cultur vorgerückt sind,daß sie die Begebenheiten ihrer Zeit aufschreiben undder Nachwelt durch Denkmähler überliefern, haben

sie